PHOENIX

PHOENIX-Programmhinweis für Samstag, 8. April 2000

    Köln (ots) -          13.30 Uhr Auf der Straße     Mit dem Tippelbruder unterwegs          Ein Auto wurde für ihn zum Schicksal. Es überfuhr ihn vor 8 Jahren, er verlor ein Bein. Seine Frau wollte von einem Krüppel nichts mehr wissen, und so nahm er Prothese und Krückstock und humpelte in die Welt hinaus. Er ist ein "Nichtsesshafter". Die liebevollste Bezeichnung, im Volksmund ist "Tippelbruder". Aber in der Regel wird er verächtlich "Penner" genannt. Er durchstreift ganz Europa, aber sein Tagesablauf ist immer gleich. Schon am Morgen macht er sich Gedanken, wo er die nächste Nacht verbringen wird. Im Sommer stehen Parkbänke bereit. Wenn es kalt wird, leiht er sich im nächsten Krankenhaus eine Decke. Um Essen bettelt er in Läden. Dieses Leben ist kaum zu ertragen. Wenn ihn Depressionen heimsuchen, dann bittet er in Pfarrämtern um eine Bleibe. Die Reportage versetzt den Zuschauer in eine ungewöhnte Position, er soll sich die Sicht des Tippelbruders zu eigen machen. Der wird über einen längeren Zeitraum Tag und Nacht begleitet, zum Teil mit versteckter Kamera und Nachtsichtgerät. Die Spanne reicht von freundlicher Hilfsbereitschaft bis zur Androhung von Schlägen.          Dokumentation von Uwe Sauermann          21.45 Uhr Alltagsgeschichte(n)     8-teilige Reihe. 4.Teil: Der lange Weg zum Mund. Tafelsitten - Tischmanieren          In den Tischsitten einer jeweiligen Kultur bilden sich gesellschaftliche Hierarchien und Beziehungen ab. Rituale und Symbole, in die Kinder unbewusst hineinwachsen. Die soziale Funktion des Essens kann an Beispielen unterschiedlicher Epochen dargestellt werden. Das Essen als Familienzusammenkunft mit der Funktion der sozialen Bindung der Familienmitglieder wird z.B. im Vergleich eines Mahls in der bäuerlichen Großfamilie mit dem Fastfood bei Mc Donald's sofort deutlich.          Film von Christian Romanowski     

    23.15 Uhr Im Schatten von gestern     Fernsehspiel um deutsch-jüdische Auswandererfamilien in Palästina          Der junge jüdische Anwalt Dr. Alfred Goldschmidt muss mit seiner Frau Bettina 1935 überstürzt nach Palästina auswandern. Herausgerissen aus allen Traditionen einer bürgerlichen jüdischen Familie, die seit Generationen in Berlin ansässig und mit der deutschen Kultur eng verwachsen war, fällt dem jungen Paar der Neubeginn nicht leicht. Der Schock der Emigration macht die Eingliederung in ein unbekanntes Land mit ungewohntem Klima und fremder Sprache noch schwieriger.

    Da sich die neue Heimat ganz in der Aufbauphase befindet, entschließen sich Bettina und Alfred zunächst für das Leben im Kibbuz. Doch die unterschiedlichen Auffassungen zwischen den Großstadtmenschen und den Kibbuzniks zwingen das Paar zur Aufgabe.

    Bettina und Alfred versuchen nun, eine Existenz in Jerusalem zu
finden. Sie fangen, wie so viele Flüchtlinge, sehr klein an. Alfred
muss seine Träume begraben, als Anwalt tätig zu sein, viel zu viele
Juristen sind inzwischen nach Palästina emigriert. Er arbeitet auf
dem Bau, später in einem Büro. Bettina hat das Glück, als
Krankenschwester ausgebildet zu werden und findet Erfüllung in ihrem
Beruf. Da Dr. Wolff, Bettinas Vater, mit seiner Frau noch gerade
rechtzeitig Deutschland verlassen konnte, kümmern sich die Großeltern
liebevoll um die Enkelin Miriam, die 1939 geboren wird. Die Familie
bewahrt sich auch in der neuen Heimat viel von ihrem deutschen
Lebensstil, obwohl das die Verwurzelung in Palästina eher erschwert.
Die Schwierigkeiten um den Aufbau und die Gründung des Staates
Israel, besonders den Kampf um Jerusalem, erleben alle hautnah mit.
1953 bietet sich für Alfred die Gelegenheit, in das Anwaltsbüro
seines ehemaligen Partners nach Berlin zurück zu kehren. Ist das die
Chance für die Goldschmidts, in deren Ehe es kriselt, nachdem ihr
Leben so ganz anders verlief als erhofft? Welche Probleme aber wird
eine Verpflanzung nach Berlin für die 13-jährige Miriam bringen? Kann
es für Bettina und Alfred trotz der grausamen Ereignisse der
Vergangenheit eine "Heimkehr" ins Nachkriegsdeutschland geben? Oder
wird die Entwurzelung erst jetzt endgültig sein?
    
    Dokumentarspiel von Maria Matray und Nathanael Gutman
    
    
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