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Biotech-Forschung auf Spitzenniveau: Das Institut für Molekulare Pathologie in Wien

Wien, Österreich (ots) - Das Wiener Institut für Molekulare Pathologie (IMP) betreibt Forschung auf Spitzenniveau und ist neues Aushängeschild der Initiative "Forschungsplatz Österreich". Das zum deutschen Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim gehörende IMP ist dem vollständigen Ablauf der "Aufräum-Mechanismen" in Zellen einen Schritt näher gekommen und damit der Entwicklung neuartiger Antibiotika. Auch tun sich neue Perspektiven für die Therapie von neurodegenerativen Krankheiten wie Morbus Parkinson oder Alzheimer auf. Ziel der Grundlagenforschung am Standort Vienna Biocenter ist es, zu einem umfassenden Verständnis der biologischen Mechanismen in der Zelle zu gelangen. Über Forschungsinstitute wie das IMP verbreitert Boehringer Ingelheim seine Wissensbasis zur Entwicklung neuer Medikamente.

Wie Zellen im Körper aufräumen

Insgesamt erkunden am IMP mehr als 15 wissenschaftliche Arbeitsgruppen die molekularen Mechanismen von Krankheiten, die Struktur der Zelle und neue Wege im Bereich der Bioinformatik. Dabei hat eine internationale Forschungsgruppe unter der Leitung von Tim Clausen ganz erstaunliche Eigenschaften bei dem Molekül DegP identifiziert: Das Molekül ist in Zellen von Organismen dafür zuständig, Proteine auf mögliche Defekte zu kontrollieren. Die Forscher stellten nun fest, dass das Molekül defekte Proteine nicht nur identifizieren und "einfangen" kann, sondern eine Art Reparaturzentrum um sie herum errichtet, in dem je nach Schwere des Defekts das Protein entweder repariert oder aber zerlegt und damit vernichtet wird.

Weitere Anwendungen bei der Therapie von Parkinson und Alzheimer

Die Erkenntnis des Mechanismus ermöglicht die Entwicklung einer ganz neuen Generation von Antibiotika. Unterbindet man nämlich den Kontroll- und Reparaturmechanismus, ist zum Beispiel ein Bakterium den Immunreaktionen des menschlichen Körpers schutzlos ausgeliefert. Die Forschungsgruppe rund um Tim Clausen wird nun untersuchen, wie der DegP-Mechanismus deaktiviert werden kann. "Das Interessante an diesem Forschungsprojekt ist, dass sich daraus gleich mehrere neue Therapiewege für unterschiedliche Erkrankungen ergeben. Weil DegP auch an der Beseitigung von Eiweißen beteiligt ist, können wir mit synthetischen Molekülen vielleicht eines Tages Neuropathien wie Alzheimer oder Parkinson heilen, denn diese Erkrankungen stehen in Zusammenhang mit nicht rechtzeitig entsorgten defekten Proteinen", erläutert Clausen.

Internationales Aushängeschild für den Forschungsstandort Wien

Seit 1988 befindet sich das IMP am Standort Vienna Biocenter und ist mit seinen 200 Wissenschaftlern aus über 30 Ländern dessen internationales Aushängeschild. Zwei Drittel des Etats von 27 Millionen Euro für die freie Grundlagenforschung stammen von Boehringer Ingelheim, der Rest sind Drittmittel. Und diese Investition zahlt sich aus: Das IMP ist, gemessen an Output und Größe, eine der erfolgreichsten Forschungseinrichtungen. Seit der Gründung 1986 haben die Mitarbeiter mehr als 1500 Fachartikel publiziert. Zudem konnte Boehringer Ingelheim 90 Patente anmelden, die aus der Forschung des Instituts resultieren. So viel Forschergeist zieht weitere Forschungseinrichtungen an. Gleich neben dem IMP betreiben die Wiener Universität und die Österreichische Akademie der Wissenschaften drei Institute. Auch die Impfstoff-Hersteller Intercell und Affiris, das dabei ist, einen Alzheimerimpfstoff zur Marktreife zu bringen, sind hier zu Hause.

"Der Life Science-Bereich und seine Forschungscluster sind eine der Stärken Österreichs", sagt René Siegl, Geschäftsführer Austrian Business Agency, die ausländische Investoren berät. Dabei bietet die Partnerschaft von forschenden Unternehmen, universitären Einrichtungen und Forschungsnetzwerken ein ausgezeichnetes Innovationsumfeld. "Dieses Cluster-Prinzip wurde in Österreich bereits früh erkannt. Auch steuerliche Anreize wie der Forschungsfreibetrag von 25 Prozent, bei volkswirtschaftlich wertvollen Entwicklungen sogar bis 35 Prozent, oder die 8-prozentige Forschungsprämie wirken sich innovationsfördernd auf den Standort aus", erklärt Siegl. Zudem sorgen weltweite Partnerschaften mit Universitäten, für gut ausgebildeten Forschungsnachwuchs. Auch für die neue Regierung hat Forschung Priorität: Bis 2020 soll die Forschungsquote in Österreich auf vier Prozent des BIP steigen.

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Hanni Grassauer
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