Meinungsfreiheit auch für Religionskritiker
Säkulare Verbände wenden sich gegen die geplante Indizierung eines religionskritischen Kinderbuchs
Hagen (ots) - Gegen die geplante Indizierung des religionskritischen Kinderbuchs "Wo bitte geht's zu Gott? fragte das kleine Ferkel!" haben 22 säkulare Verbände, darunter die Freidenkerverbände Deutschlands, Österreichs und der Schweiz, der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten sowie der Zentralrat der Ex-Muslime, Widerspruch erhoben. In einer gemeinsamen Erklärung heißt es, der Indizierungsantrag des Familienministeriums sei ein "Versuch der weltanschaulichen Zensur", mit der das Ministerium religionskritische Kinderliteratur aus den Buchläden verbannen wolle.
Der Staat dürfe sich nur bei objektiver Gefährdung von Kindern und Jugendlichen einschalten, hier aber liege keine Gefährdung vor, da das Buch kein einziges Kriterium für Indizierungen nach § 18 Jugendschutzgesetz erfülle. Der gegen das Buch erhobene Antisemitismusvorwurf sei nur ein "Vorwand für die Durchsetzung christlicher Erziehung seitens des Familienministeriums". Areligiöse Beeinflussung sei genauso wenig wie eine vermeintlich oder tatsächlich mangelnde Qualität eine legitime Begründung für eine Indizierung.
Die säkularen Verbände fordern daher von der Bundesprüfstelle die Ablehnung des Antrages und vom Familienministerium eine öffentliche Zurücknahme der darin enthaltenen unberechtigten und rufschädigenden Vorwürfe gegenüber den Verantwortlichen für das Kinderbuch. Tenor der Erklärung: Meinungsfreiheit müsse für alle gelten - auch für Religionskritiker.
Den Originalwortlaut der Erklärung der säkularen Verbände finden Sie im Portal des Humanistischen Pressedienstes:
http://hpd-online.de/node/3773
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