Börse Düsseldorf AG

Börse Düsseldorf schafft im Primärmarkt eine neue Plattform für Unternehmensanleihen

Düsseldorf (ots) -

- Segment zeichnet sich durch verbesserte Risikotransparenz aus  
- Klare Eingliederung nach Emissionsrendite  
- Positive Resonanz von Anlegerschützern und Emittenten 

Die Börse Düsseldorf reagiert auf die negativen Entwicklungen bei kleinen und mittleren Anleihen im deutschen Finanzmarkt und schafft mit dem Primärmarkt ein Segment, in dem künftig Unternehmen und erfahrene Anleger auf Augenhöhe zueinander finden können. Dirk Elberskirch, Vorsitzender des Vorstands der Börse Düsseldorf AG: "Es wäre falsch diese Form der Unternehmensfinanzierung von der Börse zu verbannen, denn insbesondere durch die zunehmende Regulierung brauchen Unternehmen Alternativen für langfristige Fremdkapitalfinanzierungen." Elberskirch weiter: "Diese neue Segmentierung soll Anlegern die mit einer Investition verbundene Risikoposition noch deutlicher machen, aber auch ein Angebot an besonders bonitätsstarke Unternehmen sein, die mit ihren Zinssätzen deutlich unter dem bisher in diesen Segmenten Üblichen liegen."

Der Primärmarkt ist ein Listingsegment im Freiverkehr der Börse Düsseldorf, in dem sowohl Aktien, Anleihen als auch weitere Produkte wie z.B. Genussscheine notieren. "Emittenten im Primärmarkt haben sich durch das Regelwerk der Börse dazu verpflichtet, besondere Publizitätsstandards einzuhalten und den Anleger fortlaufend mit allen wichtigen Informationen rund um das Unternehmen zu versorgen. Diese Transparenz wollen wir bei Anleihen kleinerer und mittlerer Unternehmen noch verbessern", sagt Thomas Dierkes, Vorstand der Börse Düsseldorf.

Subsegmente gemäß der Emissionsrendite

Um die Wahrnehmung von Risiken, insbesondere für Privatanleger zu verbessern, wurden im Primärmarkt für das Listing von Unternehmensanleihen drei Subsegmente geschaffen. In welches Subsegment eine Anleihe eingeordnet wird, hängt vom Abstand der Emissionsrendite zum risikolosen Referenzzins, dem Durchschnittszinssatz der 3- bis 5jährigen Bundesanleihen, ab. Die Subsegmente sind mit den Buchstaben A, B und C neutral benannt. Sie sind wie folgt definiert: In den Primärmarkt A können Anleihen aufgenommen werden, deren Emissionsrendite maximal bis zu 2 Prozent über dem risikolosen Zins liegt, in Primärmarkt B die Anleihen, deren Emissionsrendite zwischen 2 und 4 Prozent beträgt und in Primärmarkt C alle Papiere, deren Emissionsrendite einen Abstand von mehr als 4 Prozent zum risikolosen Zins aufweist. Laufende Anpassungen dieser Zuordnung erfolgen nicht. Nachfolgende Anleihen desselben Emittenten werden unabhängig von der Voremission entsprechend der beschriebenen Systematik neu eingeordnet.

Die Emittenten erfüllen die Regelpublizität bestehend aus Jahres- und Halbjahresberichten sowie den Ad hoc-Informationen. Die Verpflichtung für ein Rating besteht künftig nicht mehr, dafür werden die Angaben zur genauen Ausgestaltung der Anleihe bezüglich Sicherheiten, Garantien und Covenants deutlicher herausgestellt und die Emittenten liefern bestimmte Finanzkenn¬zahlen gemäß "DVFA Bondkommunikation". Alle Angaben zu den Emissionen werden auf der Internetseite der Börse auf der obersten Ebene der jeweiligen Anleihe veröffentlicht. Anleger können sich damit auf einen Blick ein umfassendes Bild machen und auch die historische Entwicklung der Daten verfolgen. Da die Informationen sehr verständlich dargestellt werden, können Privatanleger künftig Chancen und Risiken noch klarer als bisher erkennen und ihre Entscheidungen besser informiert treffen. Eingerichtet wurde die Website www.primaermarkt.de, die in den kommenden Wochen ausgebaut und laufend um Informationen ergänzt wird.

Der Primärmarkt ist auch die neue Heimat für Unternehmensanleihen, denen bislang das Segment "mittelstandsmarkt" zur Verfügung stand. Mit der Einstellung des mittelstands-marktes wechseln die Emittenten eno Energie, Euroboden, Friedola, Hahn Immobilien, Hallhuber und Seidensticker in den Primärmarkt. Die übrigen Emittenten werden ihre Notierung im allgemeinen Freiverkehr der Börse fortführen. Auch Unternehmensanleihen aus dem bisherigen Primärmarkt, wie beispielsweise die Anleihe der StudierendenGesellschaft Witten/Herdecke sind im "neuen" Primärmarkt dabei.

Die Neuausrichtung hat in Vorabgesprächen eine positive Resonanz erhalten. Angefügt sind einige Zitate von Experten, die sich mit dem Thema "Mittelstandsfinanzierung" intensiv beschäftigten.

Zitate zur Neusegmentierung Primärmarkt

Garrelt Duin, Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen: "Mich freut, dass die Börse Düsseldorf mit der Segmentierung nach Zinshöhe respektive Risiko von Nordrhein-Westfalen aus eine echte Innovation auf den Weg bringt. Das neue Konzept soll die Transparenz für private Anleger verbessern und die Unternehmensfinanzierung über den Kapitalmarkt wieder attraktiver machen. Letzteres ist wichtig, da langfristige Bankkredite in der Zukunft schwieriger zu erhalten und teurer werden dürften."

Thomas Kuhlmann, Mitglied des Vorstands der Hahn-Immobilien-Beteiligungs AG:

"Die neue Segmentierung ist ein sinnvoller und notwendiger Schritt im Interesse der Anleger. Als Unternehmen begrüßen wir die zusätzlichen Reportingpflichten, die für mehr Transparenz und Vergleichbarkeit sorgen werden. Im gleichen Zuge werden wir unser nicht mehr notwendiges Anleiherating aufgeben, da auch wir die neuen Standards als sinnvoller ansehen."

Martin Liedtke, Vorstand der Schnigge Wertpapierhandelsbank AG und Vorsitzender des Beirats Primärmarkt:

"Investoren wie Emittenten brauchen eine faire, neutrale und transparente Plattform, die mit dem weiter entwickelten Primärmarkt nun geschaffen wurde. Der Wegfall der Ratingpflicht ist konsequent, die wesentlichen Finanzdaten der Emittenten und die Gestaltung der Produkte liegen im Primärmarkt zur eigenen Beurteilung offen auf dem Tisch."

Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V.:

"Die neue Transparenz ist ein konsequenter Schritt der Börse, im Interesse der Privatanleger. Unternehmensanleihen richten sich grundsätzlich an erfahrene Anleger, denen mit der Segmentierung nach der Zinshöhe ein klarer Anhaltspunkt für die bestehenden Risiken gegeben wird. Ein echter Mehrwert!"

Prof. Dr. Christoph J. Börner, Lehrstuhlinhaber BWL an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf:

"Es ist richtig, das Thema Unternehmensanleihen weiter zu entwickeln, da es sich um eine grundsätzlich geeignete Finanzierungsform für Unternehmen und eine Anlagemöglichkeit für erfahrene Investoren handelt. Die Börse Düsseldorf unterstützt dies, indem sie mit dem Primärmarkt nun einen noch transparenteren Marktplatz schafft."

Dr. Thorsten Kuthe, Rechtsanwalt und Partner von Heuking Kühn Lüer Wojtek

"Die zentrale Botschaft der neuen Segmentierung ist bestechend einfach: Je höher der Zins, desto höher das Risiko. Mit den Finanzkennzahlen und der Hervorhebung der Information über die konkrete Ausgestaltung der Anleihen bezüglich Sicherheiten, Garantien und Covenants ergibt sich ein rundes Bild für alle."

Fotos von Dirk Elberskirch und Thomas Dierkes können Sie unter folgendem Link herunterladen: http://boerse-duesseldorf.de/presse/bildmaterial/vorstand

Die Börse Düsseldorf ist einer der wichtigsten Handelsplätze in Deutschland für Privatanleger. Neben dem maklergestützten Handel können Anleger über das innovative elektronische Handelssystem QUOTRIX von 8 bis 23 Uhr kostenlos, schnell und neutral überwacht mit Market Maklern handeln. Den Anlegern garantiert QUOTRIX mindestens genauso günstige Kurse wie an den Referenzmärkten. Neben den handelsseitigen Leistungen bietet die Börse Düsseldorf zudem im Freiverkehr mit dem Qualitätssegment Primärmarkt attraktive Listingmöglichkeiten für kleinere und mittlere Unternehmen. Die nordrhein-westfälische Börse hat ihren Ursprung im Jahr 1553 in Köln und ist die einzige Börse in Deutschland, die mit einem TÜV-Zertifikat ausgezeichnet ist.

BÖRSE DÜSSELDORF - Hier wird gehandelt.

Risikohinweis / Disclaimer: Die Börse Düsseldorf AG weist darauf hin, dass Börsengeschäfte mit Risiken verbunden sind und selbst der Totalverlust des eingesetzten Kapitals nicht ausgeschlossen werden kann. Der Interessent sollte daher nicht die von der Börse Düsseldorf in dieser Mitteilung und auf der Homepage www.boerse-duesseldorf.de enthaltenen allgemeinen Informationen zur Grundlage seiner Anlageentscheidung machen, sondern sich zuvor von seiner Bank oder Sparkasse eingehend unter Berücksichtigung seiner individuellen Vermögens- und Anlagesituation persönlich beraten lassen. Im Einzelfall kann der Erwerb eines Wertpapiers an spezielle Voraussetzungen wie etwa die Staatsangehörigkeit gebunden sein. Entsprechende Hinweise finden sich im jeweiligen Wertpapierprospekt und können dort von jedem Interessenten nachgelesen werden.

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Ulrike Germann
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