Woche des Sehens

Augenärzte kritisieren Lücke bei Vorsorgeuntersuchungen

Berlin (ots) - Die so genannten "U-Untersuchungen" sind ein fester Bestandteil der medizinischen Betreuung von Kindern. Mit ihrer Hilfe sollen Beeinträchtigungen und Erkrankungen rechtzeitig festgestellt werden, damit die entsprechende Therapie eingeleitet werden kann. Eltern versprechen sich von den U-Untersuchungen einen umfassenden Vorsorgeschutz für ihr Kind - ein Irrtum, der verhängnisvoll sein kann. Denn ausgerechnet das frühkindliche Sehvermögen wird bei den U-Untersuchungen nur unzureichend geprüft.

Der Berufsverband der Augenärzte (BVA) und die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) nutzen deshalb die Woche des Sehens vom 9. bis 15. Oktober 2008, um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen. Seit mehr als zwei Jahrzehnten kämpfen die Augenärzte dafür, dass die qualifizierte Vorsorgeuntersuchung der Augen in den Leistungskatalog der Krankenkassen aufgenommen wird. Bisher ist nur die grobe Überprüfung des Sehvermögens durch den Kinderarzt vorgesehen. "Die geschätzten Kollegen von der Pädiatrie haben aber nur begrenzte Untersuchungsmöglichkeiten", erläutert der BVA-Vorsitzende Prof. Bernd Bertram. "Unter Umständen wird deshalb ein frühkindlicher Sehfehler nicht oder zu spät erkannt und ein Auge wird lebenslang schwachsichtig."

Hintergrund: Sehen ist ein hochkomplexer Vorgang, den ein Kind während der ersten Lebensjahre erlernen muss. Wenn dieser Prozess gestört wird, beispielsweise durch eine Fehlsichtigkeit, ist das Augenlicht des Kindes grundlegend gefährdet. Trotzdem wollen die Krankenkassen die nötigen augenärztlichen Vorsorgeuntersuchungen nicht bezahlen. "Viele Eltern, die die Sehkraft ihrer Kinder nicht aufs Spiel setzen wollen, werden von unserem Gesundheitssystem als Selbstzahler zur Kasse gebeten", bringt es Bertram auf den Punkt.

Woche des Sehens: Kinderblindheit verstehen und verhüten

Die Woche des Sehens macht seit dem Jahr 2002 bundesweit auf die Bedeutung guten Sehvermögens, die Ursachen vermeidbarer Blindheit sowie die Situation blinder und sehbehinderter Menschen in Deutschland und in den Entwicklungsländern aufmerksam. Die Partner der Aufklärungskampagne haben in diesem Jahr gemeinsam den Schwerpunkt "Blinde und sehbehinderte Kinder" gewählt. Getragen wird die Aktionswoche (9.-15. Oktober 2008) von der CBM (Christoffel-Blindenmission), dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband, dem Berufsverband der Augenärzte, dem Deutschen Komitee zur Verhütung von Blindheit, der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft, dem Deutschen Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf sowie dem Hilfswerk der Deutschen Lions. Unterstützt wird die Woche des Sehens von der Aktion Mensch und der Carl Zeiss Meditec AG.

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