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LVZ: Forschungsgruppe Wahlen: Beck ist nicht schlecht, aber Merkel ist einfach besser

    Leipzig (ots) - Der Chef der Forschungsgruppe Wahlen, Matthias Jung, traut der neuen Linkspartei, trotz ihres westdeutschen Erfolges in Bremen, keinen mit den Grünen vergleichbaren Erfolgsweg zu. In einem Interview mit der "Leipziger Volkszeitung" (Dienstag-Ausgabe) meinte Jung: Diese Hoffnung wäre unbegründet. Die 8,4 Prozent von Bremen sind aus der spezifischen Situation heraus zu erklären." Er wies darauf hin, dass Bremen schon immer jeweils die besten Ergebnisse im Westen für die PDS gebracht habe.

    Tröstliche Worte hatte Jung für den in der öffentlichen Kritik feststeckenden und seit einem Jahr amtierenden SPD-Vorsitzenden Kurt Beck parat. "Die Werte, die wir bundesweit für Kurt Beck messen, sind mit Sicherheit keine schlechten. Aber sein Problem ist: Die gemessenen Werte für die Bundeskanzlerin als oberste Repräsentantin des größeren Regierungspartners sind derzeit einfach besser." Kurt Beck habe gewisse Akzeptanz-Probleme in der potenziellen SPD-Wählerschaft. Dort erreiche er allenfalls mittelgute Werte, im Gegensatz zur Kanzlerin, die ganz gut bei der Unions-Anhängerschaft abschneide.

    Es sei "zumindest eines seiner Probleme", bestätigte Jung mit Blick auf den SPD-Chef, dass Beck nicht so schlecht sei, wie er gemacht werde, sondern dass Merkel einfach zu gut sei. Aber nach einem Jahr könne man noch nichts Endgültiges über Beck sagen. "Die Vorschusslorbeeren sind irgendwann aufgebraucht. Jetzt wird sich zeigen müssen, in welche Richtung der echte Trend bei Beck geht."

    Außerdem müsse man zur Kenntnis nehmen, dass Beck als Chef der Junior-Koalitionspartei in einer großen Koalition von Haus aus die schlechteren Karten habe. "Wenn es gut läuft für eine große Koalition, hat der größere Partner die besseren Chancen, dass die Erfolge der gemeinsamen Arbeit bei ihm abgebucht werden. Wenn allerdings eine große Koalition Probleme hat oder die Unzufriedenheit über sie groß ist, leiden beide Partner darunter. Das heißt: Der kleinere Partner in einer großen Koalition ist strukturell immer etwas schlechter dran."

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