Leipziger Volkszeitung

LVZ: Deutsche Welle bietet Mitarbeitern sehr attraktiven "Goldenden Handschlag" ab 55 an

Leipzig (ots) - Mit einer Aktion "Goldener Handschlag" versucht die von Intendant Peter Limbourg geführte Deutsche Welle (DW) Personal loszuwerden. Ein Sprecher des Senders bestätigte der "Leipziger Volkszeitung" (Sonnabend-Ausgabe), dass den Mitarbeitern, die 55 Jahre oder älter sind und dabei mindestens zehn Jahre fest für die Deutsche Welle arbeiten, ein Vorruhestandsprogramm winkt. Lukrativ, auch gemessen an den Arbeitsbedingungen vergleichbarer Arbeitnehmer des Bundes, wird das Programm "faule Haut" ab 55 durch die versprochene Überweisung von 70 Prozent der letzten Bruttobezüge. Limbourg braucht Spielraum, um seinen intern umstrittenen Plan zu verwirklichen, die DW in die Top 3 der reichweitenstärksten Auslandssender zu führen. Gerichtet ist das Sonder-Programm an alle entsprechenden DW-Mitarbeiter, die in einem "Rationalisierungsbereich" arbeiten, bestätigte ein DW-Sprecher. Nach welchen Kriterien die DW einen Arbeitsplatz für überflüssig erklärt, vermochte der Sprecher nicht zu sagen, wohl aber, dass Teile der Hauptabteilung zentrale Bereiche, Programmpräsentation und Sendeleitung sowie die Nachrichtenredaktion betroffen seien. Zur Zahl der Stellen gab er keine Auskunft. Eigentlich gilt für DW-Beschäftigte, dass sie grundsätzlich nicht besser gestellt werden dürfen als vergleichbare Arbeitnehmer des Bundes. Der Sprecher räumt auch ein, dass die Geschäftsleitung das Vorhaben, 55-Jährige mit Steuergeld fürs Nichtstun zu bezahlen, "nicht favorisiert", sich jedoch gezwungen sehe, dieses Register zu ziehen. Seit Jahren wird der DW-Etat trotz Tarifsteigerungen nicht erhöht. Der Bundeszuschuss für 2015 beträgt 272 Millionen Euro zuzüglich zweckgebundener Mittel, etwa für den Ausbau der TV-Studios, der Ukraine- und Russlandberichterstattung. Die Deutsche Welle muss den betroffenen Mitarbeitern nicht nur 30 Prozent weniger Bezüge zahlen, sondern spart auch die Sozialbeiträge und Arbeitsplatzkosten.

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