Leipziger Volkszeitung

LVZ: Sachsens Dehoga Vize-Chef Reichert: Gaststätten-Smiley verursacht nur neue Bürokratie und "entmündigt" den Gast

Leipzig (ots) - Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) in Sachsen lehnt eine Smiley-Bewertung für Restaurants ab. "Wir sehen darin nur eine zusätzliche Bürokratie für den Kneiper ohne wirklichen Nutzen für den Gast", sagte Sachsens Dehoga-Vizepräsident Peter Reichert der "Leipziger Volkszeitung" (Sonnabend-Ausgabe). Es gebe bereits ausreichende Kontrollen, um die "schwarzen Schafe der Branche" herauszufinden. Außerdem könne es nicht sein, dass sich die Hygiene-Bewertung allein auf Gaststätten beschränkt. "Es gibt ja noch andere Lebensmittelbranchen. Dann müsste auch jeder Kiosk überprüft werden. Das wird ein heilloses Durcheinander, von den Kosten und dem notwendigen Kontrollpersonal ganz zu schweigen", so Reichert.

Die Dehoga Sachsen sieht in dem geplanten neuen Bewertungssystem auch eine unzulässige Unterstellung für die Hotel- und Gaststättenbetreiber. "Mit dem jetzt geplanten Smiley wird doch dem Gaststättenbetreiber unterstellt, wer wolle seine Gäste vergiften. Dieser Generalverdacht ist absurd, es liegt doch im ureigenen Interesse des Betreibers, sein Restaurant penibel in Ordnung zu halten, sonst bleiben sofort die Gäste weg." Zudem sei der Smiley nur eine Momentaufnahme, die nichts über eine gleichbleibende Qualität aussage. "Der Gast wird mit immer neuen Prüfsiegeln zunehmend entmündigt. Dabei ist doch klar: Wenn die Küche stinkt, dann brauche ich kein Smiley, dann komme ich nicht wieder", so Reichert.

Nach den Plänen der Verbraucherminister der Länder und Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) soll es künftig ein bundesweit verbindliches Bewertungs-Modell für Restaurants geben. Die Kennzeichnung soll mit einem Smiley-System erfolgen.

Pressekontakt:

Leipziger Volkszeitung
Redaktion

Telefon: 0341/218 11558
Original-Content von: Leipziger Volkszeitung, übermittelt durch news aktuell

Das könnte Sie auch interessieren: