Leipziger Volkszeitung

LVZ: Ex-Minister Jung: CDU darf rechts keinen Platz für neue Partei lassen
Aufruf zu bürgerlicheren Umgangsformen in der Koalition

Leipzig (ots) - Franz Josef Jung, ehemaliger Bundesminister, CDU-Bundesvorstand und führender hessischer Unions-Politiker, hat bei der Gesamtaufstellung der Union seine Partei aufgerufen, rechts keinen Platz für neue Parteien zu lassen. In einem Video-Interview mit der "Leipziger Volkszeitung" (www.lvz-online.de / Freitag-Ausgabe) forderte er von der schwarz-gelben Koalition im Bund zugleich einen Umgangston ein, wie er sich für bürgerliche Politiker gehöre. Jung, ein alter Vertrauter des aus der aktiven Politik ausscheidenden hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU), tritt auf dem Wahlparteitag seines Landesverbandes am Sonnabend erneut als Kandidat für den Vize-Landesparteichef an, jetzt an der Seite von Volker Bouffier.

Die CDU, so erinnerte Jung an die klassische Positionierung des einstigen starken Mannes der CSU, Franz Josef Strauß, müsse alles daran setzen, "dass sich im demokratischen Spektrum rechts von uns nichts entwickelt". Erfolgreich könne die CDU auf Dauer aber nur sein, wenn es ihr gelinge, drei Elemente unter dem Dach der CDU zu vereinen: "Nämlich das christlich-soziale Element, das liberale Element und das konservative Element. Alle drei gehören zusammen. Und ich denke, dass wir darauf achten müssen, wir haben das ja gerade auch in der Strategiediskussion im Bundesvorstand der CDU Deutschlands beschlossen, dass wir diesen Elementen auch in Zukunft als Partei der Mitte Rechnung tragen", so Jung.

An die Koalition im Bund appellierte Jung, mit den eigenen Grabenkämpfen aufzuhören und sich eines bürgerlicheren Umgangstons zu befleißigen. In Erinnerung an Begriffe wie "Wildsau" oder "Gurkentruppe" sagte Jung: "Man sollte grundsätzlich so nicht miteinander umgehen als Politiker. Und erst recht nicht als bürgerlicher Politiker. Und ich finde, wir müssen auch darauf achten, dass die Art und Weise, wie wir miteinander umgehen, nicht ein Bild von Politik zeichnet, das völlig negativ ist." Eine Koalition könne keinesfalls das Land nach vorne bringen, "wenn gegenseitige Diadochenkämpfe stattfinden oder derartige Umgangsformen".

Das komplette Interview als Video und im Wortlaut ist zu finden unter: www.lvz-online.de

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