Leipziger Volkszeitung

LVZ: Schavan über Merkels Erfolgsrezept nach zehn Jahren CDU-Vorsitz: "Männer verlieren das Ende aus dem Blick, weil sie von der Macht so fasziniert sind."

Leipzig (ots) - Das Ende frühzeitig zu bedenken statt den Verlockungen der Macht zu früh zu erliegen, ist für die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende und Bundesbildungsministerin Annette Schavan eines der starken Prägezeichen der seit zehn Jahren amtierenden CDU-Vorsitzenden und heutigen Bundeskanzlerin Angela Merkel. In einem Interview mit der "Leipziger Volkszeitung" (Freitag-Ausgabe) sagte Schavan: "Womöglich verlieren Männer das Ende aus dem Blick, weil sie von der Macht so fasziniert sind. Wer heute eine Volkspartei führen will, muss unendlich viel Geduld haben und lange Prozesse im Blick halten. Die Führung einer Volkspartei geht nicht im Sprint." Schavan erinnerte daran, dass die CDU vor zehn Jahren wegen der Spendenaffäre und des Machtverlustes im Bund "ziemlich irritiert und verunsichert" gewesen sei. "In den zehn Jahren hat ein Modernisierungsprozess stattgefunden, der letztlich gemündet ist in einer ausgeprägten Regierungsfähigkeit der CDU, wie ein Blick auf die Bundesregierung und auf die Anzahl von Landesregierungen beweist, an denen die CDU beteiligt ist", unterstrich Schavan. Unter Hinweis auf die im Vergleich zu früher gewachsene Koalitionsbreite der Union ergänzte die enge Vertraute Merkels: "Christdemokraten sollten allerdings die Übersichtlichkeit nicht mehr mögen, als die Chance, in unserem Land politisch zu gestalten. Klar muss sein, wie und mit welcher Substanz die CDU solche Koalitionen führt und wie stark die Prägekraft der CDU in solchen Koalitionen ist. Und das ist Voraussetzung, um als Volkspartei zusammenzubleiben und sich nicht zu verzetteln." Eine Partei sei "nur Volkspartei, wenn sie emotional anspricht", meinte die Politikerin. "Die CDU steht für konservative Herzenswerte. Allerdings stimmt auch: Wer sich treu bleiben will, muss verändern. Und das markiert die Ära Merkel: Der konservative Identitätskern wird nicht aufgegeben und gleichzeitig wird verändert, wo es notwendig ist, weil Politik mit der Betrachtung der Wirklichkeit beginnt." Pressekontakt: Leipziger Volkszeitung Büro Berlin Telefon: 030/233 244 0 Original-Content von: Leipziger Volkszeitung, übermittelt durch news aktuell

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