Leipziger Volkszeitung

LVZ: FDP: Felcht soll Bahn auf Sparkurs halten

Leipzig (ots) - Die FDP erwartet vom designierten Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Deutschen Bahn AG Utz-Hellmuth Felcht, den Konzern auf Sparkurs zu halten, auch wenn dies vorerst eine Privatisierung verhindert. "Wir haben als Koalition gesagt, dass ein Börsengang nur dann stattfindet, wenn wir mehr Geld oder mindestens das bekommen, was das Unternehmen Wert ist", sagte der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Patrick Döring gegenüber der Leipziger Volkszeitung (Donnerstag-Ausgabe). "Zurzeit geben die Kapitalmärkte eine ertragsoptimierte Teilprivatisierung aber überhaupt nicht her." Das Unternehmen müsse dennoch privatisierungsfähig bleiben. "Wir wollen nicht zurück zu einer defizitären Behördenbahn. Das ist auch die Aufgabe des neuen Aufsichtsratsvorsitzenden: Den Vorstand immer daran zu erinnern, dass die Bahnreform gemacht wurde, damit der Bundeshaushalt entlastet wird", sagte Döring. "Ich gehe davon aus, dass Herr Felcht den bahnpolitischen Teil des Koalitionsvertrags vorher gelesen und Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) dies auch vermittelt hat." Grundsätzlich wolle die schwarz-gelbe Koalition als Eigentümer der Bahn künftig stärker strategische Grundsatzentscheidungen fällen, erklärte Döring. "Was steht im Mittelpunkt: Schienenverkehr in Europa oder weltweite Logistik? Ich glaube, ich bin mir mit Bahnchef Rüdiger Grube einig, dass zurzeit das Brot-und-Butter-Geschäft der Schienenverkehr in Europa ist. Der Transport von Containern von Hamburg nach Japan eher nicht." Der FDP-Verkehrsexperte hält den 63-järigen Vorruheständler Felcht für die richtige Besetzung als Aufsichtsratvorsitzender, auch wenn dieser früher in der Chemieindustrie tätig war. "Ich empfinde es nicht als Makel, dass er bisher wenig mit der Transport- und Logistikbranche zu tun hatte." Dies ermögliche einen neuen Blick auf die Dinge. "Wir waren uns in den Vorgesprächen einig, dass man einen amtierenden Vorstandsvorsitzenden für diese Position kaum zumutbar gewinnen kann. Denn das ist eine Menge Arbeit und zeitlich nicht zu schaffen." Pressekontakt: Leipziger Volkszeitung Büro Berlin Telefon: 030/233 244 0 Original-Content von: Leipziger Volkszeitung, übermittelt durch news aktuell

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