Leipziger Volkszeitung

LVZ: BND-Experte und KSK-Kräfte stimmten Bombardierung bei Kundus mit Oberst Georg Klein ab

Leipzig (ots) - An der Planung und den Entscheidungen, die zum Luftangriff auf zwei von Taliban entführte Tanklastzüge bei Kundus am 4. September geführt haben, war ein Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes BND vor Ort beteiligt. Das ergibt sich, nach Informationen der "Leipziger Volkszeitung" (Freitag-Ausgabe), aus streng vertraulichen Unterlagen der Bundesregierung, über deren wesentlichen Inhalt bereits Parlamentarier unterrichtet wurden, die mit der Kontrolle der Geheimdienste befasst sind. Den Unterlagen zufolge war damit neben dem kommandierenden Bundeswehr-Oberst Georg Klein unter anderem nicht nur ein Berater im Rang eines Feldwebels vom Kommando Spezialkräfte KSK, sondern auch der mit der Terroristenbekämpfung befasste BND direkt eingeschaltet. Geleitet wurde die Aktion von Oberst Georg Klein aus dem ortsbekannten Kommandostand der Spezialeinheit Taskforce 47 (TF 47). Von dort hatte man Oberst Klein alarmiert, als es um die ursprünglich beabsichtigte Bombardierung eines liegengebliebenen geschützten Bundeswehrfahrzeuges vom Typ Dingo ging. Zu diesem Zweck war Luftunterstützung von den US-Truppen angefordert worden. Das defekte Bundeswehrfahrzeug sollte nicht in die Hände der Taliban fallen. Diese Aufklärungsflüge führten im späteren Verlauf zur Entdeckung der beiden von Taliban entführten festsitzenden Tanklastzüge. Im Rahmen der Aktion gegen die Taliban am 4. September, bei der zahlreiche Kämpfer und auch Zivilisten, einschließlich mehrerer Kinder, ums Leben gekommen sind, sei es danach "um eine gezielte Ausschaltung von Taliban gegangen", so schilderte ein Parlamentarier gegenüber der Zeitung den Inhalt der ihm zugänglich gemachten Informationen. In Parlamentarierkreisen verdichtet sich, diesen Informationen zufolge, der Eindruck, dass es bei der gezielten Bombardierung am 4. September um eine Aktion gegangen sei, die als Reaktion auf vorausgegangene Taliban-Angriffe auf Bundeswehrsoldaten bewusst gesucht worden sei. Pressekontakt: Leipziger Volkszeitung Büro Berlin Telefon: 030/72626-2000

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