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LVZ: Generalsekretärin Ellen Ueberschär: Kirchentag kein Wahlkampfforum

    Leipzig (ots) - Leipzig.  Die Generalsekretärin des Evangelischen Kirchentages Ellen Ueberschär hat dem Eindruck widersprochen, der Bremer Kirchentag (20.  bis 24. Mai) werde durch die bevorstehende Bundestagswahl und der zahlreichen Politik-Prominenz zur Wahlkampfbühne.  "Wahlkampf ist, wenn Politiker und Politikerinnen unkommentiert ihre Konzepte unters Volk bringen. Das ist auf dem Kirchentag nicht der Fall. Da wird nachgefragt, da sind politisch interessierte Menschen ganz nah, stellen kritische Fragen und erwarten ehrliche Antworten", sagte Ueberschär der "Leipziger Volkszeitung" (Freitag-Ausgabe).  Der Kirchentag sei in dieser Form eine ganz  einmalige Zusammenkunft. "Die Probleme, die Politikerinnen und Politiker wie Angela Merkel oder Frank-Walter Steinmeier zu lösen haben, sind kompliziert. Wenn sie die den Menschen erklären wollen, müssen die wiederum zuhören. Das geschieht auf dem Kirchentag und ist im Wahlkampf etwas seltenes."

    Ueberschär sieht das größte deutsche Protestantentreffen sehr wohl als mutige Antwort auf Krisenzeiten. "Glauben ist immer eine starkes Mittel gegen Angst gewesen. Das bewährt sich auch in dieser Krise." Gemeinsam werden man in vielen Veranstaltungen und Foren überlegen, wie verhindert werden kann, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter aufgeht. Uberschär sieht dabei die Notwendigkeit, dass sich Christen in die Politik einmischen. "Wer fromm ist, muss auch politisch sein. Unsere Losung sagt zugleich auch: Verstecken gilt nicht! Jede und jeder muss die Verantwortung für sein Leben auf sich nehmen und kann gewiss sein, dass er darin selbst getragen wird."

    Als ermutigendes Zeichen für eine lebendige Ökumene wertet Ueberschär die angekündigte Teilnahme von Katholiken  beim Bremer Kirchentag. "Viele Evangelische waren beim Katholikentag in Osnabrück und wir erwarten wieder an die 10 Prozent katholischer Christen in Bremen. Auf dieser Ebene gibt es feste ökumenische Verbindungen und die sind die Basis für den 2. Ökumenischen Kirchentag in München." Wichtig sei dabei auch, dass die ökumenischen Erfahrungen aus den östlichen Bundesländern mit ihrer DDR-Geschichte einfließen, "denn die waren richtig gut und sind es bis heute."

    Kritische Stimmen, die vor einem wachsenden Einfluss der Evangelikalen warnen, sieht Ueberschär gelassen.  "Der Kirchentag fürchtet die Evangelikalen nicht. Wichtig ist, dass wir Christinnen und Christen miteinander im Gespräch sind. Sonst sind wir nicht glaubwürdig. Wo Streitpunkte sind, müssen wir sie austragen, aber der eine Grund, der uns verbindet, muss erkennbar bleiben. "

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