Leipziger Volkszeitung

LVZ: Bartsch räumt Diskussionsbedarf in Linkspartei ein
Präsentation von Frau Kaufmann durch Müntefering Zeichen für mangelndes Selbstbewusstsein

    Leipzig (ots) - Der Bundesgeschäftsführer der Linkspartei, Dietmar Bartsch, hat angesichts des angekündigten Parteiaustritts von Sylvia-Yvonne Kaufmann eingeräumt, dass es "in dem einen oder anderen Landesverband problematische Tendenzen" in seiner Partei gebe. Und meinte auch, dass es "Anlass gibt, darüber nachzudenken". Aber, so versicherte Bartsch gegenüber der "Leipziger Volkszeitung" (Freitag-Ausgabe): "Wir haben deutlich mehr Eintritte als Austritte", so Bartsch. "Die Linke ist und bleibt trotzdem die Partei, die unterm Strich den größten Mitgliederzuwachs in Deutschland hat." Die Tatsache, dass SPD-Chef Franz Müntefering Frau Kaufmann als neue Gefolgsfrau selbst vor der Presse vorstelle sei im übrigen "kein Zeichen von Souveränität, sondern eher ein Zeichen für mangelndes Selbstbewusstsein". Das hätte die Linke mit keinem der Übergetretenen gemacht und es auch nicht nötig gehabt. "Aber ich verstehe ja die Sozialdemokraten, wenn ich mir deren schlechte Umfragewerte ansehe", sagte Bartsch. Im übrigen sollte Franz Müntefering wissen: "Auch an einem solchen Tag kommen mehr Sozialdemokraten zur Linken als umgekehrt." Zum konkreten Fall Kaufmann meinte Bartsch, "Ich bedauere natürlich sehr, dass Frau Kaufmann austritt. Wer aber noch vor drei Wochen sehr engagiert für einen guten Listenplatz auf unserer Europaliste gekämpft hat, dessen Schritt jetzt ist schon mit einer nur sehr begrenzten Glaubwürdigkeit verbunden."

Pressekontakt:
Leipziger Volkszeitung
Büro Berlin

Telefon: 030/726 262 000

Original-Content von: Leipziger Volkszeitung, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Leipziger Volkszeitung

Das könnte Sie auch interessieren: