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LVZ: Die Leipziger Volkszeitung zu Geberkonferenz/Gazastreifen -

    Leipzig (ots) - Von Anita Kecke. Geld, aber wenig Hoffnung für Gazastreifen Viele Hoffnungen haben sich mit der Geberkonferenz für den durch israelische Angriffe zerstörten Gazastreifen verbunden. Doch nur wenige werden sich erfüllen. Und das liegt keineswegs am Mangel an Hilfsgeldern. Im Gegenteil: Davon gibt es genug. Schließlich wollen 70 Staaten mit fast vier Milliarden Euro helfen, von den USA über die arabischen Länder bis zu Europa. Aber sowohl der Bruderkrieg zwischen den Palästinensern als auch der weiterhin schwelende Konflikt mit Israel verhindern, dass die Gelder auch sinnvoll zum Einsatz kommen können. Überall dominiert Zweifel statt Vertrauen. Das betrifft auch die Geberländer selbst, die mit ansehen mussten, wie Hilfsprojekte in Schutt und Asche gelegt wurden. Sie wollen der geschundenen Zivilbevölkerung zwar helfen, aber wie ein Aufbau ohne funktionierenden Waffenstillstand gelingen soll, bleibt unklar. Noch kurz vor der Konferenz flogen Raketen aus dem Gazastreifen nach Israel. Andererseits wird Israel sowohl vom UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, von den USA und auch von Deutschland zu Recht aufgefordert, endlich mehr Hilfslieferungen in den Gazastreifen zu lassen. Doch das Misstrauen Israels, dass die Hamas Baumaterial für den Tunnelbau verwendet, ist nicht von der Hand zu weisen. Andererseits können die 20 000 zerstörten Häuser ohne Zement und Glas nicht instand gesetzt werden. Über den Ausweg einer internationalen Kontrolle hat sich noch keine Konferenz verständigt. Einig waren sich nur alle, kein Geld an die radikal-islamische Hamas zu überweisen. Wie aber die Palästinenserbehörde unter Präsident Abbas von Ramallah aus die Aufbauarbeit koordinieren soll, gehört auch in die Kiste der offenen Fragen. Denn ohne Hamas geht es auch nicht. Die Menschen im Gazasteifen können daher nur hoffen, dass es zu einer palästinensischen Einheitsregierung kommt. Doch das steht ebenso in den Sternen wie die mit der Geberkonferenz verbundene Erwartung an eine Belebung des Friedensprozesses zwischen Palästinensern und Israelis. Unter einem Premierminister Benjamin Netanjahu wird das nicht einfacher werden. Dies wissen auch die USA, die trotz Obamas Ankündigung, der Frieden im Nahen Osten habe Priorität, noch keinen Plan für die Region erkennen lassen. Das betrifft auch den Umgang mit dem Iran, dem Unterstützer der Hamas. Aber ohne politische Lösung, bei der vor allem Washington den Weg vorgeben muss, bleibt der Gazastreifen ein Fass ohne Boden, gibt es dort wie im ganzen Nahen Osten keine wirkliche Hoffnung auf Frieden.

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