Leipziger Volkszeitung

LVZ: von der Leyen ist über "Mutti"-Bezeichnung für Merkel empört
Versprechen für Familiensplitting für die nächste Legislaturperiode

    Leipzig (ots) - Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat für die nächste Legislaturperiode eine Steuerreform mit zwei Schwerpunkten - Beseitigung der kalten Progression sowie ein Familiensplitting mit ganz starker Kinderkomponente - angekündigt. Unmittelbar vor Beginn des CDU-Bundesparteitages in Stuttgart wies die Unions-Politikerin in einem Interview mit der "Leipziger Volkszeitung" (Montag-Ausgabe) zugleich den in Unions- insbesondere CSU-Kreisen gewählten Titel der "Mutti" für die Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende Angela Merkel zurück.

    "Zweierlei empört mich daran. Erstens die Abfälligkeit, mit der das Wort Mutti benutzt wird, als wäre das etwas Trutschiges. Dabei sind die Muttis dieser Welt zupackende, warmherzige und ein Leben lang verantwortungsbewusste Menschen. Zweitens muss man nicht eigene Kinder haben, um genau diese Qualitäten entwickeln können." Die Kanzlerin habe vom ersten Tag an in der Zusammenarbeit mit ihr als Familienministerin gezeigt, "dass sie ein tiefes Verständnis und Gespür für Familien und ihre Sorgen hat". Man spüre, dass sie in einem Haushalt mit mehreren Kindern aufgewachsen sei und dass man in einer Pastorenfamilie immer praktische Lösungen habe finden müssen. "Dieser tiefe Instinkt, dieses Gespür, macht sie gerade auf dem Gebiet der Familienpolitik so unglaublich trittsicher", schwärmte Frau von der Leyen. Insbesondere ausgehend von CSU-Bundeswirtschaftsminister Michael Glos hat sich mittlerweile der "Mutti"-Titel für die Chefin der großen Koalition eingebürgert.

    Mit Blick auf die Debatte um das Familiensplitting und die nächste Steuerreform verlangte Frau von der Leyen von der Union ein klares und eindeutiges Bekenntnis zum Familiensplitting. "Ein Familiensplitting, das vor allem Kinder bevorteilt, ist im Augenblick in der großen Koalition nicht durchsetzbar. Wenn wir uns an eine Steuerreform machen, dann sollte sie gründlich und gut sein und die richtigen Prioritäten setzen. Deshalb ist das ein Thema für die nächste Legislatur." Die Union habe bereits beschlossen, "dass wir in einer Steuerreform das Ehegattensplitting um eine ganz starke Kinderkomponente im Sinne eines Familiensplittings erweitern wollen". Grundsatz dafür sei: "Die Kinder kommen zuerst." Sie wolle eine gründlich vorbereite Steuerreform mit den richtigen Schwerpunkten. "Die kalte Progression muss dringend abgearbeitet werden. Eine starke Kinderkomponente, also denen, die Kinder erziehen, mehr vom selbstverdienten Einkommen zu lassen, hat aber ebenso hohe Priorität." Ihre Aufgabe als Familienministerin sei es schließlich, dem Thema Familienpolitik eine Dauerkonjunktur zu sichern. "Dazu nutze ich alle Mittel", versicherte die Ministerin.

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