Leipziger Volkszeitung

LVZ: zu Rettungsfonds Rettungspaket wird zum Problem der Banken

Leipzig (ots) - Von Sabine Schanzmann-Wey Wenn man Chef der Deutschen Bank ist, muss man erfahrungsgemäß aufpassen, was man sagt. Das bekommt Josef Ackermann in diesen Tagen wieder einmal deutlich zu spüren. Zwar ist der Schweizer seit seinem einstigen Fauxpas, als er Milliardengewinne in einem Atemzug mit einem Arbeitsplatzabbau verkündete, um eine aktivere Kommunikation bemüht. Bislang allerdings mit zweifelhaftem Erfolg. Denn kaum einer hat sich im Zuge der Finanzkrise so oft zu Wort gemeldet wie Josef Ackermann. Und kaum einer hat sich damit einen größeren Bärendienst erwiesen als er. Im Mai sprach er vom nahendenEnde der Krise - bevor es erst richtig krachte. Als es um Wege aus der Krise ging, rief er am lautesten nach staatlichen Maßnahmen - bevor er sie nun mit einem Satz vom Tisch wischte. Das Rettungspaket wird damit nicht zur Lösung, sondern zum Problem der Banken, die es in Anspruch nehmen wollen. Dass als erste ausgerechnet die BayernLB den Finger hebt, macht die Crux des Ganzen noch offensichtlicher. Die Privatbanken, die Angst um ihren Status und ihren Aktienkurs haben, halten sich zurück. Die Landesbanken, die ohnehin vom Staat aufgefangen werden, greifen zu und entlasten damit die Landeskassen. Dass sie dies nun im Schulterschluss tun, bewahrt die einzelnen Institute womöglich vor negativen Reaktionen. Die restliche Bankenwelt sollte hier aber gleichziehen, sonst werden die Maßnahmen kaum ihre erwünschte Wirkung - nämlich die Sicherstellung von Liquidität - erzielen können. Auch ein Konjunkturprogramm der Bundesregierung könnte leicht verpuffen. Dabei ist es unerheblich, ob man das Kind beimNamen nennt oder nicht. Infolge der Finanzkrise schwächelt auch der Rest der Wirtschaft, allen voran der deutsche Autobau. Wenn die Banken Milliarden erhalten und die USA Geldspritzen auch an andere Branchen verteilen, scheint es nur folgerichtig, wenn man auch hier Hilfe anbietet. Das Problem ist nur, dass solche Fördermaßnahmen oft keine Langzeitwirkung haben oder aber Fehlentwicklungen noch fördern - siehe Immobilienwirtschat Ost. Es ist auch ein Nullsummenspiel, dem Steuerzahler auf der einen Seite die Pendlerpauschale zu streichen, um ihn auf der anderen Seite mit der steuerlichen Absetzbarkeit für Krankenkassenbeiträge zu locken. Ein Konjunkturprogramm macht nur Sinn, wenn dadurch Arbeitsplätze gesichert oder besser noch geschaffen werden, die dem Staat wieder Steuereinnahmen bescheren. Über effiziente Maßnahmen sollte man daher reden - nur vielleicht nicht mit Herrn Ackermann. Pressekontakt: Leipziger Volkszeitung Redaktion Telefon: 0341/218 11558 Original-Content von: Leipziger Volkszeitung, übermittelt durch news aktuell

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