Leipziger Volkszeitung

LVZ: Leipziger Volkszeitung zur CSU

    Leipzig (ots) - Frage an Radio Eriwan:Ist Horst Seehofer gut genug, um nach einer historischen Niederlage als großer Retter in die CSU-Geschichte einzugehen, aber kann er nicht gut genug sein, um die Herzkammer der Bayern-Union - die Regierungsgeschäfte in der Staatskanzlei in München - zu dirigieren?Antwort von Radio Eriwan:Im Prinzip kann das nicht sein. Es sei denn, die CSU strebt nach dem Titel der witzigsten Bonsai-Partei im Land. Seehofer verspricht die schnelle Lösung. Er kann eine Menge, um sich zwischen Populismus und Pragmatismus zu bewegen. Aber keiner weiß so recht, wo er hin will. Sein schlimmster Ballast ist, dass nicht mehr klar ist, ob er nach seinem eigenen Macht-Plan vorgeht oder ob er nur der Erfüllungsgehilfe Edmund Stoibers, des schwarzen Abtes der CSU, ist. Der will nur Rache für seinen Sturz. Auf Seehofer muss die CSU zwangsläufig auch bei der Nachfolge des Ministerpräsidenten verfallen, sonst kann man sich seine Wahl als Vorsitzenden und Retter der CSU gleich schenken. Schließlich ist die CSU keine Bundespartei mit bayerischer Niederlassung, sondern ein abgewirtschafteter bayerischer Polit-Monopolist, der erst zu Hause für Ordnung sorgen muss, ehe er wieder nationalen Eindruck machen kann. Jetzt wird ein einwöchiges Spektakel um die Macht inszeniert. Joachim Herrmann ist ein Kandidat. Der hat sich bei Stoibers Abgang kläglich blamiert. Thomas Goppel ist ein Bewerber. Der war jahrelang nicht gut genug. Fraktionschef Schmid will nach oben. Der Schüttel-Schorsch ist als Manager des miserablen bayerischen Rauchverbots-Verfahrens in Erinnerung. Und dann noch der große Seehofer. Wenn das alles ist in diesem Machtkampf, dann ist jede Nicht-Wahl von Seehofer ein weiterer Sargnagel für die CSU.

Pressekontakt:
Leipziger Volkszeitung
Redaktion

Telefon: 0341/218 11558

Original-Content von: Leipziger Volkszeitung, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Leipziger Volkszeitung

Das könnte Sie auch interessieren: