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LVZ: Leipziger Volkszeitung zur Finanzkrise

    Leipzig (ots) - So schnell ändern sich die Positionen. Lehnte die Bundesregierung noch vor einerWoche eine Beteiligung am Wall-Street-Rettungspaket ab, muss sie heute im eigenen Land Bankenfeuerwehr spielen und die USA ermahnen, das ihre endlich auch zu tun. Politische Glaubwürdigkeit scheint derzeit keine große Rolle mehr zu spielen. Bei all dem hektischen Krisenmanagement geht es im Moment nur noch um eins: Um vertrauensbildende Maßnahmen. Und diese sind zwingend notwendig. Denn das Wort Vertrauen ist im Zuge der Finanzkrise völlig abhanden gekommen. Nicht nur bei Sparern und Anlegern, sondern bei den Banken selbst. Nicht zuletzt das gegenseitige Misstrauen hat zur Krise bei der Hypo Real Estate geführt. Sie hat sich nicht mit faulen Wertpapieren verspekuliert, sondern den fatalen Fehler gemacht, langfristig Kredite zu vergeben, diese aber nur kurzfristig zu refinanzieren. Das mag in liquiden Zeiten funktionieren, nicht aber in Zeiten der Krise. Das Management hat die Situation ganz offensichtlich falsch eingeschätzt.Schon allein deswegen müssen auch hier personelle Konsequenzen gezogen werden. Ein "Weiter so" kann es angesichts der Milliarden-Rettung weder bei dem Konzern noch bei den Regierenden geben. Die Politik kann für ihren Plan nur Unterstützung erwarten, wenn daran Bedingungen geknüpft werden. Immerhin sind im Fall der Hypo Real Estate verwertbare Sicherheiten vorhanden. Staatliche Maßnahmen sollten angesichts der Ansteckungsgefahr im kranken Finanzsystem eine wirksame Medizin sein dürfen. Für die Zukunft geht es allerdings um einen Impfstoff, der ähnliche Krankheiten verhindert.

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