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Gegen das Vergessen
3sat zeigt eine "scobel"-Sendung sowie Dokumentarfilme und Dokumentationen zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus
70. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz

Mainz (ots) - ab Donnerstag, 22. Januar 2015, 21.00 Uhr, 3sat Erstausstrahlung

Laut einer Forsa-Umfrage aus dem Jahre 2012 weiß jeder fünfte der unter 30-Jährigen heute bereits mit dem Begriff Auschwitz nicht mehr viel zu verbinden. Deutsche Juden sehen sich zunehmend mit unverhohlenem Antisemitismus konfrontiert und fühlen sich bedroht, ausgerechnet in Deutschland, dem Täterland. Doch Vorurteile und Ausgrenzung sind längst nicht mehr ein ausschließliches Phänomen des rechten Randes, sondern haben ihren Platz im Denken der bürgerlichen Mitte gefunden.

Bereits drei Tage vor dem 70. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz, am Donnerstag, 22. Januar, 21.00 Uhr, spricht Gert Scobel in "scobel - Auschwitz - die Zukunft der Erinnerung" (Erstausstrahlung) mit dem Publizisten Michel Friedmann und der Antisemitismusforscherin und Kognitionswissenschaftlerin Monika Schwarz-Friesel von der TU Berlin über die Ursachen für Antisemitismus, Ausgrenzung und für die Verfolgung von einzelnen Menschengruppen. Liegen die Gründe unter anderem in einer erstarrenden Erinnerungskultur und in unseren Bildungskonzepten? Die Gesprächsrunde wirft einen Blick auf Alternativen für eine wirksame Aufklärungsarbeit in der Zukunft.

"Unser zweiter Tag in Hoffenheim. Ich gehe durch die Straßen, habe nur einen Gedanken im Kopf: 'Wie konnte das alles an einem einzigen Tag enden?' Deutschland, die geliebte Heimat. Unsere wunderbare Sprache, die Wiege unserer Kultur. Eben diese Heimat sagte zu uns: 'Raus!' Eine 300-jährige Familientradition wurde ausgelöscht", sagt Menachem Mayer bei einem Besuch in Hoffenheim 2008. Menachem und sein älterer Bruder Fred hießen früher Heinz und Manfred Mayer. 1938 wurde die Familie aus ihrem Haus im badischen Hoffenheim bei Heidelberg geworfen und in ein Konzentrationslager in Frankreich transportiert. Während die Brüder dem Konzentrationslager entkamen und nach Israel beziehungsweise Amerika auswanderten, wurden die Eltern von Frankreich aus nach Auschwitz deportiert und kamen in den Gaskammern um. Der Dokumentarfilm "Menachem und Fred", den 3sat am Sonntag, 25. Januar, 21.45 Uhr, zeigt, begleitet die Brüder, auf den Spuren der Vertreibung und der Deportation. Eindrücklich erzählt er - unter anderem anhand der Briefe der Eltern aus dem Konzentrationslager - die Geschichte einer jüdischen Familie im Dritten Reich.

"Menachem und Fred" ist eine von mehreren Dokumentationen und Dokumentarfilmen, die 3sat am 25. und 26. Januar anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers am 27. Januar zeigt. Der Dokumentarfilm "Entschädigt" von Lilly Engel von 2006 beschreibt am Sonntag, 25. Januar, 23.15 Uhr, die Absurdität der Wiedergutmachung des Naziterrors. Weitere Filme sind "Mendel lebt" von Hans-Dieter Grabe (Sonntag, 25. Januar, 0.35 Uhr), "Der Spion vom Pariser Platz - Wie die Amerikaner von Hitlers Giftgas erfuhren" (Montag, 26. Januar, 20.15 Uhr) und "Saul Friedländer - Das versteckte Kind" (Montag, 26. Januar, 22.25 Uhr).

Vor 70 Jahren, am Nachmittag des 27. Januar 1945, befreiten sowjetische Truppen das Konzentrationslager Auschwitz. Rund eineinhalb Millionen Menschen wurden dort ermordet. Die meisten von ihnen waren Juden. Das Ausmaß und die unfassbare Grausamkeit der hier verübten Verbrechen machen Auschwitz zum Synonym für das Schlimmste, das Menschen je Menschen angetan haben.

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