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Macht der Bilder
Lüge und Propaganda im Ersten Weltkrieg
Dokumentation

Mainz (ots) -

Mittwoch, 4. Juni 2014, 20.15 Uhr, 3sat
Erstausstrahlung 

Der Erste Weltkrieg war nicht nur die Urkatastrophe des 21. Jahrhunderts, er war auch der erste Film- und Medienkrieg der Geschichte. Bereits 1914 erkannten die am Krieg beteiligten Mächte die enorme Bedeutung von Film und Fotografie für Propaganda - und nutzten sie für ihre Zwecke. Wie Fotografien und Filme während des Kriegs eingesetzt wurden und wie authentisch sie tatsächlich sind, zeigt am Mittwoch, 4. Juni, um 20.15 Uhr die Dokumentation "Macht der Bilder" von Günter Kaindlstorfer. Zu sehen sind darin im deutschsprachigen Raum größtenteils noch nicht veröffentlichtes Film- und originales Fotomaterial aus dem Ersten Weltkrieg.

Mit bewegten Bildern in der neuen "Wochenschau" sollte zum einen die Heimatfront mobilisiert werden, zum anderen sollten auch die Soldaten an den Fronten Informationen bekommen: Mit enormem Aufwand wurden Feldkinos zum Teil an die vordersten Kampflinien gebracht. "Kein anderes Propagandamittel setzt den Staat so sehr in die Lage, auf die breiten Massen einzuwirken, wie der Film", stellte k.-u.-k.-Propagandachef Wilhelm Eisner-Buba im Laufe des Krieges fest. Doch authentische Kampfbilder gaben die Filme aus produktionstechnischen Gründen kaum wieder. In der Regel wurde während Manövern gedreht oder schlichtweg reinszeniert.

Heute geht man davon aus, dass maximal 20 Prozent des Filmmaterials aus dem Ersten Weltkrieg tatsächliche Kriegshandlungen zeigen. Der Rest ist gefälscht. "Selbstverständlich ist im Ersten Weltkrieg gelogen worden, die Propaganda war auf Beschönigung aus. In vielen Bereichen wurden Gegenstatements, andere Wahrnehmungen gar nicht zugelassen. Ja, der Krieg war auch ein Krieg der Lüge", urteilt der Historiker Hannes Leidinger. Der Filmhistoriker Anton Holzer ergänzt: "Im Bereich der Propaganda bilden sich in allen kriegsführenden Staaten 1916/1917 eigene Einrichtungen heraus, die mit der Bildpropaganda befasst sind. In Deutschland ist es das sogenannte Bild- und Filmamt - die Bufa. In der zweiten Kriegshälfte wissen die Militärs: Sie müssen nicht nur auf dem Schlachtfeld Krieg führen, sondern sie müssen das auch an der Medienfront machen."

Authentischer dokumentierte die Fotografie die Gräuel des Krieges. Die erschütternden Aufnahmen, die Fotografen an den Fronten machten, zeigen all das, was in den zeitgenössischen Filmen nicht zu sehen ist: die Bestialitäten des Stellungskriegs und das Elend in den Unterständen, das allgegenwärtige Leid in den Lazaretten, brennende Dörfer, an Laternenpfählen hängende "Vaterlandsverräter" und zerfetzte und zerstückelte Leichname auf den Schlachtfeldern Flanderns, Galiziens und Nordfrankreichs.

Hinweis für Journalisten: Weitere Informationen und einen Video-Stream der Dokumentation finden Sie unter https://pressetreff.3sat.de/programm/programmhinweise/artikel/macht-der-bilder/

Im Anschluss, um 21.00 Uhr, zeigt 3sat "Insonzo - Krieg in den Bergen" über den Kriegsschauplatz im Ersten Welrkrieg.

Weitere Informationen finden Sie hier: https://pressetreff.3sat.de/start/artikel/isonzo-der-krieg-in-den-bergen/

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