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NABU fordert verstärkte Kontrollen beim Pestizideinsatz in der Landwirtschaft

    Bonn (ots) - Vor dem Hintergrund des jüngsten Pestizidskandals im
"Alten Land" an der Unterelbe hat der Naturschutzbund NABU eine
verstärkte Vollzugskontrolle sowie ein konsequenteres Vorgehen bei
Verstößen gegen das Pflanzenschutzrecht gefordert. "Einmal mehr zeigt
sich, dass die Anwendung von Pestiziden oft nicht sachgerecht erfolgt
und offensichtlich systematisch gegen gesetzliche Bestimmungen
verstoßen wird", so NABU-Geschäftsführer Gerd Billen. In der letzten
Woche hatte ein internes Gutachten des Pflanzenschutzamtes Hannover
belegt, dass die Obstbauern im Alten Land regelmäßig nicht
zugelassene Pestizide anwenden, die Mindestabstände zu Gewässern
nicht einhalten und vorgeschriebene Techniken nicht einsetzen.
    
    Angesichts zahlreicher weiterer Missbrauchsfälle sei das aktuelle
Beispiel für den NABU nur die Spitze des Eisberges und symptomatisch
für die bundesweiten Vollzugsdefizite im Pestizidbereich. Neben der
konsequenten Anwendung des Ordnungsrechts und schärferen Kontrollen
seien daher auch ergänzende Instrumente wie eine Abgabe auf
Pflanzenschutzmittel nötig, um den Pestizideinsatz in der
Landwirtschaft und im Obstbau zu reduzieren und umweltverträglicher
zu gestalten.
    
    Einen besonderen Handlungsbedarf sehe der NABU hinsichtlich der
Konsequenzen für den so genannten "Integrierten Obstbau". Das
Gutachten des Pflanzenschutzamtes belege erneut, dass im Integrierten
Obstbau ebenfalls illegal Pestizide eingesetzt und geltende
Regelungen nicht eingehalten würden. Die weitere Bewerbung des
Integrierten Obstbaus mit einem Prädikatsbegriff wie "umweltschonend"
sei daher aus Sicht des NABU umgehend zu verbieten. "Der Integrierte
Obstbau wirbt nur mit Selbstverständlichkeiten. Daher verstößt er
gegen das Wettbewerbsrecht und betreibt eine vorsätzliche
Verbrauchertäuschung", so Billen. Es sei nun dringend geboten, den
Integrierten Pflanzenschutz generell auf den Prüfstand zu stellen und
im Fachgesetz zu konkretisieren. Darüber hinaus müsse eine Umstellung
auf ökologischen Obstbau sowie eine systematische Stärkung und
Verbreitung prophylaktischer Pflanzenschutzmaßnahmen besser gefördert
werden.
    
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