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NABU und vzbv fordern strengere Kriterien für konventionelles Fleisch-Prüfsiegel

    Bonn/Berlin (ots) - Naturschutzbund NABU und Verbraucherzentrale
Bundesverband (vzbv) haben deutlich strengere Kriterien sowie eine
wirksame staatliche Kontrolle für das geplante Fleisch-Prüfsiegel
gefordert. Die neu gegründete "Qualität und Sicherheit GmbH" stellte
das Qualitätssicherungssystem für Fleisch heute auf der
Ernährungsmesse Anuga vor. "Es kann nicht angehen, dass die
Hauptverantwortlichen für die BSE-Krise ein Prüfsiegel unter sich
ausmachen, das zudem fast nur die Einhaltung der gesetzlichen
Bestimmungen sicherstellt", sagte NABU-Präsident Jochen Flasbarth.
Nach Ansicht von NABU und vzbv sei es unbedingt notwendig, dass
zentrale Anliegen der Agrarwende bei dem geplanten Prüfsiegel
berücksichtigt würden und der Staat eine transparente und wirksame
Kontrolle garantiere.
    
    "Nur Qualitätszeichen mit höherem Standard können als
Einkaufshilfe dienen und werden den Wünschen der Verbraucher nach
qualitativ hochwertigen Lebensmitteln aus tier- und umweltgerechter
Erzeugung gerecht", so Thomas Isenberg, Fachbereichsleiter im vzbv.
Zu den notwendigen Auflagen gehörten der konsequente Verzicht auf
gentechnisch veränderte Futtermittel sowie auf Vollspaltenböden in
der Schweinehaltung. Ferner seien die Flächenbindung der Tierhaltung
auf zwei Großvieheinheiten pro Hektar und das vollständige Verbot
eines vorbeugenden Arzneimitteleinsatzes erforderlich. Von diesen
Kriterien müsse auch Verbraucherministerin Künast ihre Zustimmung zu
dem Vorhaben abhängig machen.
    
    NABU und vzbv wiesen darauf hin, dass der Erfolg des Siegels nicht
allein davon abhängt, ob die direkt Beteiligten sich einigen, sondern
auch, wie dieses von den Umwelt- und Verbraucherverbänden bewertet
wird. So erfreulich es sei, dass die Vertreter der Agrarwirtschaft
jetzt Regelungen für die Zukunft träfen, so müsse doch festgestellt
werden, dass gerade in diesen Branchen die Probleme aufgetreten
seien, die zur massiven Verunsicherung der Verbraucher geführt
hätten. "Es dürfen nicht die Interessen der Mehrzahl der Anbieter
ausschlaggebend sein, sondern vor allem die Bedürfnisse und der
Schutz der Verbraucher", so NABU und vzbv in ihrer gemeinsamen
Erklärung.
    
ots Originaltext: NABU
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Thomas Isenberg, vzbv Fachbereichsliter Gesundheit/Ernährung,
030-25800431

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