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NABU fordert TPT-Verbot von Ministerin Künast

    Bonn (ots) - Der Naturschutzbund NABU hat
Bundesverbraucherschutzministerin Renate Künast aufgefordert, die
Zulassung aller Triphenylzinn-(TPT)-haltigen Pestizide umgehend zu
widerrufen. "Nachdem die Biologische Bundesanstalt für Land und
Forstwirtschaft bislang alle wissenschaftlichen Erkenntnisse
ignoriert, muss die Ministerin von ihrem Weisungsrecht Gebrauch
machen", forderte NABU-Präsident Jochen Flasbarth. TPT reichere sich
im Organismus an, beeinträchtige bereits in kleinsten Mengen die
Fortpflanzungsfähigkeit von Gewässerorganismen und schädige nach
neuen Erkenntnissen der Universität Bonn auch das menschliche
Hormonsystem. Bereits heute seien Süßwasserfische in Deutschland
massiv mit TPT belastet.
    
    Nach EU-Angaben sei die Bundesregierung bereits im Frühjahr 2000
aufgefordert worden, ihre Erkenntnisse zu TPT vorzulegen. Die
nicht-öffentliche Bewertung der Europäischen Kommission zeige, dass
ein sicherer Einsatz von TPT nicht möglich sei und TPT daher vom
Markt genommen werden sollte. Problematisch sei insbesondere die
anhaltende Belastung der Anwender, so Flasbarth: "In diesen Wochen
drohen wieder Tonnen von TPT-haltigen Pflanzenschutzmitteln auf die
Felder in Deutschland versprüht zu werden." Zur Zeit würden die
Landwirtschaftbehörden flächendeckend den Einsatz von TPT in Brestan
flüssig zur abschließenden Bekämpfung der Kraut- und Knollenfäule an
Kartoffeln empfehlen.
    
    Nach Informationen des NABU seien im Frühjahr 2000 auf Druck der
Agrar- und Chemielobby sowie des Bundeslandwirtschaftsministeriums
unter dem damaligen Minister Karl-Heinz Funke die TPT-haltigen
Pestizide aus dem Verbotsantrag für zinnorganische Verbindungen
herausgenommen worden. "Angesichts der schon damals bekannten Umwelt-
und Gesundheitsgefährdungen durch zinnorganische Verbindungen belegt
dieser Vorgang die Unterordnung der Verbraucherschutzinteressen unter
die Wirtschaftsinteressen der chemischen Industrie" so Flasbarth.
Während das chemisch eng verwandte TBT, das insbesondere in Farben
für den Schiffsanstrich zum Einsatz kommt, derzeit verboten werde,
könne TPT weiterhin in der Landwirtschaft verwendet werden.
    
    
ots Originaltext: Nabu
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Weitere Informationen:
Dr. Volkhard Wille,
Referent für Agrarpolitik,
Tel.: 0228-4036-167

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