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NABU fordert europaweite Förderung der Mehrwegquote

    Bonn (ots) - Der Naturschutzbund NABU hat EU-Umweltkommissarin
Margot Wallström aufgefordert, auch bei der Müllvermeidung die
Interessen des Umweltschutzes zu vertreten. "Es ist völlig
unverständlich, warum sich die Umwelt-Kommissarin in Sachen
Mehrwegquote vor den Karren der Industrie spannen lässt", sagte
NABU-Müllexpertin Susanne Hempen. Statt mitzuhelfen, die Marktanteile
von Einwegverpackungen zu zementieren, müsse die EU erst einmal ihre
Hausaufgaben in Sachen EU-Verpackungsrichtlinie machen. Anstatt
ausgerechnet der umweltfreundlichen Mehrweg-Mineralwasserbranche mit
einer Klage zu drohen, solle die EU-Kommission endlich die
rechtskonformen Instrumente für eine Förderung der Mehrwegquote auf
europäischer Ebene schaffen, forderte der NABU weiter.
    
    In der Bundesrepublik werden derzeit etwa 30% der Getränke in
Einweg abgefüllt, die aber mit 75% den Löwenanteil der
Verpackungsabfälle ausmachen. Mehrweg sei der beste Müllvermeider und
erfülle damit perfekt die EU-Vorgaben, Müll zu vermeiden, so die
NABU-Expertin.
    
    Umweltverbände haben anlässlich der überfälligen Revision der
EU-Verpackungsrichtlinie die Kommission immer wieder darauf
hingewiesen, endlich auch die Instrumente zur Förderung
umweltfreundlicher Mehrwegsysteme zu nennen. Artikel 5 der
EU-Verpackungsrichtlinie sehe ausdrücklich eine Förderung von
Mehrwegsystemen vor, einzig die zulässigen Instrumente fehlten. Ohne
diese Instrumente werde es Beschwerdeführern mit vornehmlich
wirtschaftlichen Interessen leicht gemacht, die Ziele der
EU-Richtlinie zu untergraben.
    
    "Es ist an der Zeit, das EU Wettbewerbsrecht an umweltpolitische
Vorgaben zu orientieren und nicht die Ökonomie zum Maßstab aller
Dinge zu machen. Ein solches Anliegen stände einer EU Kommissarin gut
zu Gesicht und würde die Bemühungen um ein nachhaltiges Europa etwas
glaubhafter erscheinen lassen", so Susanne Hempen.
    
    
ots Originaltext: NABU Bonn
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