NABU

NABU fordert Stopp für geplante Vernichtung von Rindern

    Bonn (ots) - Der Naturschutzbund NABU hat die designierte
Landwirtschaftsministerin Künast aufgefordert, das von der
Bundesanstalt für Landwirtschaft geplante Programm zur Vernichtung
von 400.000 Rindern schnellstmöglich zu stoppen. "Das Vorhaben,
gesunde Tiere aus Steuermitteln aufzukaufen, zu töten und zu
verbrennen, illustriert die Perversion der industrialisierten
Landwirtschaft", sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Gerd Billen. Für
finanzielle Hilfen an Landwirte, die vom aktuellen Zusammenbruch des
Rindfleischmarktes unverschuldet betroffen sind, hätte derzeit wohl
jeder Verständnis. "Aber es ist doch pervers, Tiere regelrecht zu
verschrotten, bloß weil Rindfleisch billig geworden ist",
protestierte Billen.
    
    Das angekündigte Programm steht in keinem Zusammenhang mit der
Tötung der Rinderherden von BSE-betroffenen Betrieben, der
vorbeugende Gesundheitsschutz werde als Motiv auch gar nicht erst
bemüht. Es gehe offenkundig darum, das System der industriell
organisierten Produktion in der konventionellen Landwirtschaft
aufrecht zu halten. "Es ist schon unverfroren, dass die Vertreter
dieses Systems wohl meinen, ohne jede Denkpause weiter machen zu
können wie bisher", kritisierte Billen. Sollte es zutreffen, dass die
Rinder vernichtet würden, ohne sie auf BSE zu untersuchen, wäre dies
zudem als Versuch zu werten, das wahre Ausmaß der BSE-Krise in
Deutschland zu verschleiern. Für den NABU ist der Stopp dieser
geplanten Aktion ein erster Prüfstein für die von der Bundesregierung
angekündigte Wende in der Agrarpolitik.
    
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