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NABU: Jetzt muss Funke auch gehen

    Bonn (ots) - Nach dem Rücktritt von Bundesgesundheitsministerin
Fischer hat der Naturschutzbund NABU Bundeslandwirtschaftsminister
Funke ebenfalls zum Rücktritt aufgefordert. "Minister Funke steht
einer glaubwürdigen Aufarbeitung der BSE-Krise im Wege", sagte
NABU-Präsident Jochen Flasbarth. Der Agrarminister habe in den
letzten Tagen gleich mehrfach bewiesen, dass er für eine von den
Verbrauchern und vom Kanzleramt gewünschte Wende in der Agrarpolitik
nicht der richtige Mann ist. "Ein amtsmüder Minister, der stets nur
soviel zugibt, wie man ihm nachweisen kann und der zukunftsweisende
Initiativen im eigenen Ministerium diskreditiert, ist für diesen Job
offenkundig ungeeignet", sagte Flasbarth. Es wäre unerträglich, wenn
die Gesundheitsministerin in aufrechter Weise die politische
Verantwortung übernimmt und der Landwirtschaftsminister weiterhin
versucht, seinen Teil der Verantwortung auszusitzen, so der
NABU-Präsident
    
    Nach Ansicht des NABU habe Funke seit Beginn der BSE-Krise einen
Beschwichtigungsversuch nach dem anderen unternommen und überhaupt
nur unter Druck einen Reformbedarf in der Agrarpolitik eingestanden.
Zeitweise sei der Minister gar ganz abgetaucht und habe das
Krisenmanagement anderen überlassen. "Ein Agrarminister, der
eigentlich den Status quo aufrecht erhalten möchte, macht sich in der
gegenwärtigen Situation überflüssig", kritisierte Flasbarth. Gefragt
seien jetzt mutige Schritte, um die Landwirtschaft in eine neue
Zukunft zu führen, die weiter reicht als bis zum nächsten BSE-Rind
oder zum übernächsten Lebensmittelskandal. Von einem Bundesminister
könne man erwarten, dass er auch die langfristigen Auswirkungen
seiner Politik im Blick habe. "Heute ekeln sich die Verbraucher an
der Wursttheke, und das kurzsichtige Verhalten von Agrarminister
Funke hat seinen Anteil daran", so der NABU-Präsident. Das Vertrauen
der Verbraucher sei nur wieder zu gewinnen, wenn eine glaubwürdige
Wende in der bundesdeutschen Agrarpolitik vollzogen werde. Dafür
brauche es den Mut, sich nötigenfalls auch mit einigen Bundesländern
zu streiten. "Jeder Tag, an dem Funke im Amt bleibt, ist ein weiterer
an dem die Politik an Glaubwürdigkeit verliert", betonte der
NABU-Präsident.
    
ots Originaltext: NABU Bonn
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