NABU

Artenschutz/CITES-Konferenz
NABU fordert mehr Naturschutz in der Außenpolitik
Mayr: "Afrikanische Elefanten unter totalen Schutz stellen"

    Bonn (ots) - Vor Beginn der 11. Vertragsstaatenkonferenz des
Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) vom 10. bis 20. April
in Nairobi hat der Naturschutzbund NABU die Mitgliedsländer
aufgefordert, den Afrikanischen Elefanten wieder unter totalen Schutz
(Anhang 1) zu stellen. Bei der letzten Konferenz vor zwei Jahren
waren die in Botswana, Namibia und Simbabwe lebenden Elefanten in
Anhang 2 (Genehmigung für kontrollierten Handel) heruntergestuft
sowie der einmalige Verkauf von 50 Tonnen Elfenbein an Japan
gestattet worden. "Seither ist ein deutlicher Anstieg der Wilderei
selbst bei Indischen Elefanten zu verzeichnen", so
NABU-Artenschutzexperte Claus Mayr. Zudem seien die aus dem Handel
erzielten Einnahmen nicht wie vereinbart zum Ausbau der
Anti-Wilderer-Truppen benutzt oder in weitere Naturschutz-Maßnahmen
investiert worden.
    
    Den Forderungen von Japan und Norwegen, Zwerg- und Grauwale
ebenfalls in Anhang 2 herabzustufen, erteilte der NABU eine klare
Absage. Es gäbe keinen vernünftigen Grund für die Nutzung von
Walprodukten, so Mayr: "Selbst die Internationale Walfang-Kommission
(IWC) hält an ihrem Moratorium fest." Auch der Antrag auf
Herabstufung der Echten Karettschildkröte in Kuba sei abzulehnen, da
eine kubanische Population dieser Meeresschildkröte anzuzweifeln sei
und die anderen Populationen weiterhin stark bedroht seien.
    
    Der NABU forderte die CITES-Mitgliedstaaten auf, alle Störarten
unter totalen Schutz zu stellen. "Die Gier nach Kaviar hat zu
drastischen Bestandseinbrüchen geführt", sagte Mayr. Insgesamt sei
gegenüber den Haupt-Importländern von Elfenbein, Walprodukten und
Schildplatt eine stärker am Naturschutz orientierte Außenpolitik der
EU und ihrer Mitgliedstaaten erforderlich. "Internationale
Naturschutzpolitik muss in Deutschland nicht nur vom
Umweltministerium, sondern auch vom Auswärtigen Amt und vom
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
betrieben werden", so Mayr.
    
ots Originaltext: NABU Naturschutzbund Deutschland e.V.
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