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NABU: EU-Abfallrahmenrichtlinie droht Aufweichung

Berlin/Straßbourg (ots)

Das europäische Parlament entscheidet am
Dienstag in zweiter Lesung über entscheidende Änderungen zur 
Abfallrahmenrichtlinie. Der Umweltausschuss hatte erst im April die 
Vorgaben des EU-Parlaments aus erster Lesung (2007) bestätigt und für
eine Quote von 50 Prozent Recycling bei Haushalts- und 
haushaltsähnlichen Gewerbeabfällen gestimmt. Außerdem wurde eine 
Recyclingquote von 70 Prozent für Bau-, Abbruch- und Gewerbeabfälle 
ebenso beschlossen, wie eine Stabilisierung des Abfallaufkommens bis 
2012. Es steht zu befürchten, dass die vereinbarten Ziele durch den 
Kompromissvorschlag zwischen slowenischer Ratspräsidentschaft und der
zuständigen Abgeordneten Caroline Jackson wieder aufgeweicht werden.
"Stimmt das Parlament den im Hinterstübchen kurzfristig 
ausgehandelten Änderungen zu, kann sich Europa aus der 
Kreislauflaufwirtschaft verabschieden, weil die Quotenvorgaben stark 
abgesenkt oder ganz gestrichen wurden", sagte  NABU-Präsident Olaf 
Tschimpke. Wenn die vom EU-Parlament ausgehandelten Ziele nicht mehr 
rechtlich verbindlich seien und viele Abfälle zu Nebenprodukten 
umdeklariert werden könnten, werde der unkontrollierten Verschiffung 
in Drittländer Tür und Tor geöffnet. Mit Blick auf die im Frühjahr 
anstehenden Wahlen kündigte der NABU an, das Abstimmungsverhalten der
deutschen Europaparlamentarier namentlich zu überprüfen.
Der entscheidende Änderungsantrag sieht bei den Haushalts- und 
haushaltsähnlichen Gewerbeabfällen nur noch Recyclingziele für 
bestimmte Stoffe (Papier, Glas, Kunststoffe, Metall) vor. "Statt wie 
geplant, mehr Recycling zu erreichen, fördert die EU dann indirekt 
die Müllverbrennung. In Zeiten des Klimawandels und einer 
ressourceneffizienten Wirtschaftsweise widerspricht diese 
Rohstoffvernichtung jeglicher ökonomischer Vernunft," kritisierte 
NABU-Abfallexperte Benjamin Bongardt.
Darüber hinaus soll nach den neuen EU-Plänen die Abfallverbrennung
künftig als Verwertung definiert werden können. Bongardt: "Das ist 
genau das falsche Signal für die neuen Mitgliedsstaaten, die noch 
keine Recyclingstrukturen aufgebaut haben, aber sich gerade von der 
klima- und gesundheitsschädlichen Deponierung verabschieden. Hier ist
ein klares Zeichen für stoffliche Wiederverwertung nötig."
Im Internet zu finden unter www.NABU.de
Originaltext vom NABU

Pressekontakt:

Dr. Benjamin Bongardt, NABU-Referent für Umweltpolitik, Tel.
030-284984-1610, mobil 0172-9235479

Original-Content von: NABU, übermittelt durch news aktuell

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