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BLOGPOST: Olympia am Zuckerhut - Was PR-Profis über die Medienlandschaft in Brasilien wissen sollten

BLOGPOST: Olympia am Zuckerhut - Was PR-Profis über die Medienlandschaft in Brasilien wissen sollten

Nicht nur Sportbegeisterte sondern auch Kommunikatoren blicken in den nächsten Wochen nach Brasilien. Die Olympischen Spiele sind Sportfest und PR-Anlass zugleich. Was aber sollten PR-Profis über die Medienlandschaft Brasilien wissen, um dort erfolgreich zu kommunizieren? TREIBSTOFF hat mit Janaina Weigel, Director of Media Relations Latin America bei PR Newswire gesprochen.

TREIBSTOFF: Können Sie uns einen Überblick über die Medienlandschaft in Ihrem Land geben?

WEIGEL: Brasilien ist trotz Digitalisierung ein Land, in dem Print, TV und Radio die Medienlandschaft bestimmen. Bei uns gibt es über 5.000 Zeitungen, mehr als 780 davon sind Tageszeitungen. Damit hat Brasilien auf der Welt die viertmeisten Tageszeitungen. Die Hälfte der Publikationen erscheint im dicht bevölkerten Südosten des Landes. Die Zahl der Zeitungsabonnenten ist seit Jahren stabil, auch wenn der Einzelverkauf inzwischen sinkt.

TREIBSTOFF: Welche Rolle spielt das Fernsehen?

WEIGEL: Das Fernsehen bleibt die Mediengattung mit der größten Reichweite und ist bei den 200 Millionen Brasilianern am beliebtesten. In mehr als 95 Prozent der brasilianischen Haushalte gibt es mindestens ein Fernsehgerät. Obwohl das Internet als wichtige Quelle stark aufgeholt hat, ist der Einfluss, den das Fernsehen auf die brasilianische Gesellschaft hat, immer noch deutlich spürbar. Aufgrund dieser Dominanz fließen auch die meisten Werbeinvestitionen an TV-Sender.

TREIBSTOFF: Welche Quellen nutzen Medien in Brasilien für die internationale Berichterstattung?

WEIGEL: Für ihre Berichte aus dem Ausland verlassen sich brasilianische Medien vor allem auf die internationalen Nachrichtenagenturen. In Brasilien gibt es mehrere Niederlassungen internationaler Agenturen wie Reuters und Bloomberg. Außerdem sind einflussreiche lokale Agenturen wie Estado Agency und O Globo Agency vertreten. Darüber hinaus gibt es eine große öffentliche Agentur namens Agencia Brazil.

TREIBSTOFF: Welche Rolle spielen Internet, Smartphones und mobile Anwendungen?

WEIGEL: Die landesweite Netzabdeckung ist in Brasilien noch nicht so gut und mobiles Telefonieren immer noch recht teuer. Trotzdem nutzen laut dem brasilianischen Zeitungsverband Associação Nacional de Jornais (ANJ) 50 Prozent der Brasilianer das Internet. Die Zahl der täglichen Nutzer ist von 26 Prozent im Jahr 2014 auf 37 Prozent im Jahr 2015 gestiegen. Die Brasilianer nutzen das Internet häufiger mobil als über Desktops oder Laptops. Dies ist in erster Linie auf Social Media zurückzuführen: 92 Prozent der Internetnutzer kommunizieren mit Diensten wie Facebook (83 Prozent), WhatsApp (58 Prozent) oder YouTube (17 Prozent).

TREIBSTOFF: Wie sieht es mit dem Vertrauen der Brasilianer in die unterschiedlichen Mediengattungen aus?

WEIGEL: Print- und Digitalausgaben von Zeitungen und Magazinen genießen das meiste Vertrauen. Darauf folgen Fernsehen und Radio. Apps, Blogs und soziale Netzwerke gelten als nicht allzu verlässlich. Sie dienen den Brasilianern vor allem für den ersten Überblick über Nachrichten, um sich danach über die herkömmlichen Kanäle ausführlicher zu informieren.

TREIBSTOFF: Was sollten deutsche PR-Profis beachten, wenn sie in Brasilien kommunizieren wollen?

WEIGEL: Nur wenige Journalisten sprechen so gutes Englisch, dass sie eine Konversation führen oder eine Pressemitteilung verstehen können. Daher würde ich dringend empfehlen, Content auf Portugiesisch zu verbreiten. So zeigen Sie, dass Sie sich mit unserer Kultur und den Gepflogenheiten in Brasilien vertraut gemacht haben.

TREIBSTOFF: Gibt es PR-Maßnahmen, die in Brasilien nicht so gut funktionieren?

WEIGEL: Pressekonferenzen werden in großen Städten kaum von Journalisten besucht. Nur wenn das Thema genau zum Profil des Journalisten passt und Potenzial für eine exklusive Geschichte bietet, verlassen sie hierfür die Redaktion. Hier sollte man eher auf schriftliche Informationen setzen.

TREIBSTOFF: Haben Sie noch einen Tipp für deutsche Kommunikatoren, was in Brasilen besonders gut ankommt?

WEIGEL: Brasilianer lieben Videos! Sie schauen nicht nur gern fern, sondern konsumieren auch über ihre Smartphones und im Internet Bewegtbild-Inhalte. Auch Redaktionen reichern Berichte mit Videos an. Fügen Sie Ihrer Story daher Multimedia-Content bei. Das macht eine gute Story in Brasilien zu einer noch besseren!

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