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media coffee von news aktuell zum Bundestagswahlkampf: "Wo ist Eddie?"

media coffee von news aktuell zum Bundestagswahlkampf: "Wo ist
Eddie?"
Über Politik und Medien diskutieren Michael Spreng, Wahlkampfmanager von Edmund Stoiber und SPD-Bundesgeschäftsführer und Chef der Wahlkampfzentrale Kampa 02 Matthias Machnig (v.r.n.l.) am Donnerstag (21.03.2002) in Berlin. Die Persönlichkeiten sind Teilnehmer der Veranstaltung "Personality statt Programm? Wie Politik und Medien für den ...

    - Querverweis: Bilder werden über obs versandt und sind abrufbar
unter: http://www.presseportal.de/galerie.htx?type=obs
    
    Berlin (ots) - Im Bundestagswahlkampf 2002 stehen die
Spitzenkanditaten der großen Parteien wie nie zuvor im Mittelpunkt
der medialen Aufmerksamkeit.  Parteiprogramme werden dagegen immer
weniger wahrgenommen. So das Fazit des jüngsten media coffees der
dpa-Tochter news aktuell, der heute in Berlin stattfand.
    
    Moderator Wilm Herlyn, Chefredakteur der Deutschen Presse-Agentur
(dpa), konfrontierte das sechsköpfige Podium mit dem Kanzlerzitat,
dass Wahlkämpfe heute hauptsächlich in "Bild, Bams, Glotze"
entschieden würden. Dass das geplante Fernsehduell zwischen Kanzler
Schröder und Kandidat Stoiber die demokratischen Grundregeln
verfälsche, befürchtete Hans-Jürgen Beerfeltz, Bundesgeschäftsführer
der FDP. "Wähler wählen Parteien und nicht Personen", so Beerfeltz.
Bei einem Fernsehzweikampf würden die übrigen Parteien benachteiligt.
    
    Michael Spreng, Wahlkampfmanager von Edmund Stoiber, wollte die
vielbeschworene Amerikanisierung des Wahlkampfes nicht erkennen. "Wir
haben eine deutsche Bundestagswahl und keine amerikanische Wahl."
Seiner Auffassung nach sei ein Kandidat nicht von seinen Inhalten zu
trennen. Dem stimmte SPD-Bundesgeschäftsführer und Chef der
Wahlkampfzentrale Kampa 02 Matthias Machnig zwar zu, warf aber Spreng
vor, mit Stoiber eine "Nicht-Inszenierung zu inszenieren." Alle Welt
frage sich, so Machnig, "Wo ist Eddie?" Dem hielt Spreng entgegen,
die SPD würde nur noch einen "Hoffnungswahlkampf" führen.
    
    Werbeexperte Bernd Heusinger, Geschäftsführer der Agentur Zum
Goldenen Hirschen, die die Werbekampagne der Grünen zur
Bundestagswahl verantwortet, stellte fest, dass Wahlwerbung heute
origineller geworden sei. Die Menschen interessieren sich für
Wahlwerbung. Entscheidend, so Heusinger, sei bei den Kampagnen: "Wer
greift den anderen origineller an?"
    
    Ulrich Deppendorf, Leiter des ARD-Hauptstadtstudios, machte klar,
was die Aufgabe der Medien im Wahlkampf sei. Sie müssten den Wählern
vermitteln, was "hinter den Köpfen" stehe. Dass Wahlkampf heute vor
allen Dingen "Medienkommunikation" sei, sagte Tissy Bruns. Die
Vorsitzende der Bundespressekonferenz und Leiterin der
Parlamentsredaktion der Tageszeitung Die Welt beleuchtete die Rolle
der Medien selbstkritisch. So habe die Tatsache, dass 80 Prozent der
männlichen Redakteure über die Frisur von Angela Merkel geschrieben
habe, wesentlich zur Kandidatenkür beigetragen.
    
    
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