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Greenpeace: Nicht zugelassener Gentech-Honig aus Kanada in deutschen Supermärkten

    Hamburg (ots) - Zwei in deutschen Supermärkten frei verkäufliche
Raps-Honigsorten aus Kanada sind mit gentechnisch veränderten
Bestandteilen belastet. Beide Sorten sind in der Europäischen
Union nicht zugelassen. Dies ergaben aktuelle Analysen von
Greenpeace. Betroffen sind "Canadischer Raps-Klee-Honig" von Biophar
und "Clover Crest Kanadischer Kleehonig" der Firma Breitsamer. Sie
enthalten Bestandteile der drei Gen-Rapssorten "RoundupReady",
"SeedLink" und "LibbertyLink", die gegen Pflanzenvernichtungsmittel
resistent gemacht wurden.
    
    "Ob bei Spar, Metro, Rewe oder Edeka - In fast jedem deutschen
Supermarkt steht der Gen-Honig in den Regalen, ohne jede
Kennzeichnung. Der Gen-Honig landet ohne unser Wissen auf dem
Frühstückstisch, obwohl den Behörden das Problem seit Jahren bekannt
ist", sagt Gentechnik-Expertin Imke Ide von Greenpeace.
    
    Greenpeace fordert die Firmen Biophar und Breitsamer auf, den
belasteten Rapshonig vom Markt zu nehmen. Die Supermärkte müssen die
entsprechenden Marken aus den Regalen räumen. Die Firma Langnese ist
mit gutem Beispiel voran gegangen und hat gegenüber Greenpeace
bereits bestätigt, kanadischen Honig komplett ausgelistet zu haben.
    
    Im Gegensatz zu Europa ist in Kanada die kommerzielle Freisetzung
von Gen-Raps erlaubt. Im Jahr 2000 wuchs Gen-Raps dort bereits auf 53
Prozent der Raps-Anbaufläche. Ökologischer Rapsanbau ist in Kanada
bereits kaum noch möglich, da sich der Gen-Raps unkontrolliert
ausbreitet. Ökobauern haben bereits die Biotech-Firmen Aventis/Bayer
und Monsanto auf Schadenersatz verklagt. Ebenso können kanadische
Imker kaum noch gentechnik-freien Rapshonig herstellen, da die Bienen
nicht zwischen normalen und Gen-Rapsfeldern unterscheiden. "Die
einzige Chance, Verbraucher vor Gen-Honig zu schützen, ist, Gen-Raps
erst gar nicht freizusetzen", sagt Imke Ide.
    
    Die fehlende Kennzeichnung des Raps-Honigs in Deutschland beruht
auf einer absurden Gesetzeslücke. Das Bundesgesundheitsministeriums
(BMG) betrachtet den Honig nicht als Lebensmittel, sondern als
Futtermittel, da der Pollen und der Nektar von den Bienen gefressen
werden. Nach den geltenden Kennzeichnungs-Vorschriften der EU müssen
zwar Lebensmittel, in denen eine Gen-Veränderung nachweisbar ist,
gekennzeichnet werden. Für Futtermittel gilt diese
Kennzeichnungspflicht jedoch bisher nicht.
    
    Am morgigen Mittwoch berät das EU-Parlament in erster Lesung über
eine Verschärfung der Kennzeichnungspflichten für genveränderte
Lebensmittel und Zutaten. Zukünftig soll auch Tierfutter
gekennzeichnet werden müssen. "Der kanadische Honig ist nur ein
Beispiel dafür, wie viel noch im Argen liegt. Die
Europa-Parlamentarier müssen diese Gesetzeslücken endlich schließen,
um den Verbraucher zu schützen", sagt Imke Ide.
    
ots Originaltext: Greenpeace e.V.
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040-30618-344. Fotos von den beiden kanadischen Gen-Honigsorten
erhalten Sie unter Tel. 040-30618-376. Internet:
www.greenpeace.de/gentechnik

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