Greenpeace e.V.

Greenpeace-Protest gegen finnischen Papierfrachter in Lübeck geht in den zweiten Tag
Aktion wird von Verhandlungen begleitet

    Lübeck (ots) - Die Greenpeace-Aktion gegen den finnischen Frachter
"Finnhawk" dauert immer noch an. Seit gestern sind vier Aktivisten an
die Heckklappe des Schiffes gekettet, das Papierprodukte nach Lübeck
liefern soll, für die auch finnisches Urwaldholz verarbeitet wurde.
Die vier Kletterer wurden heute morgen abgelöst. Inzwischen
verstärken 20 Greenpeace-Aktivisten mit fünf Schlauchbooten den
Protest.
    
    Gestern Abend kam es zu Verhandlungen zwischen den
Umweltschützern, der Lübecker Hafengesellschaft und dem
schwedisch-finnischen Papierhersteller Stora-Enso, die bisher kein
Ergebnis brachten. Greenpeace hat heute morgen das Umweltministerium,
das Innenministerium und die Staatskanzlei Schleswig-Holsteins
aufgefordert, sich an den Verhandlungen zu beteiligen. Auch die
Verlagshäuser, die das Papier kaufen, werden eine Aufforderung
erhalten. Der Leiter der Polizeiinspektion von Lübeck, Jürgen Anhalt,
hat sich als Vermittler angeboten und heute früh Gespräche mit dem
Innenministerium von Schleswig-Holstein geführt, um eine politische
Lösung in dem Konflikt zu erreichen.
    
    Stora-Enso verarbeitet Holz aus den letzten Urwäldern Finnlands
und zerstört damit die Lebensgrundlagen von bedrohten Tier und
Pflanzenarten. Nur fünf Prozent der ursprünglichen Urwälder Finnlands
sind heute noch erhalten. Greenpeace fordert, dass die Fracht der
"Finnhawk" festgehalten wird, bis sich Stora-Enso zu einer neuen
Geschäftspolitik bereit erklärt - anderenfalls sollte das Papier
wieder nach Finnland zurückgeschickt werden.
    
    "Hier in Lübeck wird deutlich, dass selbst ein wohlhabender Staat
wie Finnland nicht davor zurückschreckt, seine intakten Urwälder
abzuholzen - die letzten, die in Europa überhaupt noch existieren",
sagt Thomas Henningsen, Wald-Experte von Greenpeace vor Ort in
Lübeck. "Stora-Enso kauft das Holz aus staatlichen Wäldern, um es zu
Papier für Zeitschriften, Kataloge und Werbebroschüren zu
verarbeiten."
    
    Der Protest im Hafen von Lübeck steht in einer Serie von Aktionen
gegen Urwaldholz-Frachter, die Greenpeace in den letzten Wochen in
zehn europäischen Häfen durchführte. Mit der Kampagne will Greenpeace
zeigen, wie stark europäische Länder an der Urwaldzerstörung
beteiligt sind. Im Vorfeld des Urwaldgipfels der Vereinten Nationen
in Den Haag (vom 7. Bis 19. April), der sechsten
Vertragsstaatenkonferenz der UN-Konvention über Biologische Vielfalt,
fordert Greenpeace von den Regierungen die Verabschiedung eines
10-Jahres-Plans zum wirksamen Schutz der letzten Urwälder. Greenpeace
fordert die Regierungen auf, dauerhafte Wald-Schutzgebiete
einzurichten und ökologische Waldnutzung zu fördern.
    
    
    Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Dr. Thomas Henningsen,
Tel. 0171-8780833, Pressesprecherin Simone Miller, Tel. 0171-8706647
(vor Ort in Lübeck) oder an Pressesprecherin Carmen Ulmen, Tel.
040-30618-344. Fotos der Aktion: Tel. 040-30618-376, TV-Material:
Tel. 040-42910110. Hintergrundpapiere zur Urwaldzerstörung in
Finnland faxen wir Ihnen gerne zu. Internet:
www.greenpeace.de/urwald, www.greenpeace.fi/forest.
    
    
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