Greenpeace e.V.

Greenpeace: Morgen erster Castorzug des Jahres nach Frankreich

    Hamburg (ots) - Nach Greenpeace vorliegenden Informationen wird
morgen der erste Atomtransport in diesem Jahr von Deutschland nach
Frankreich rollen. Voraussichtlich passieren drei Castorbehälter mit
hochradioaktiven, abgebrannten Brennelementen am Mittwoch die
deutsch-französische Grenze bei Saarbrücken. Sie werden den
Verladebahnhof der sogenannten Wiederaufarbeitungsanlage (WAA) in La
Hague am Donnerstag erreichen. Für die Atomkraftwerke Brunsbüttel,
Stade, Biblis, Mülheim-Kärlich und Philipsburg liegen inzwischen
entsprechende Transportgenehmigungen des Bundesamtes für
Strahlenschutz (BfS) vor. Aus welchem der genannten Kraftwerke der
Atommüll stammt, ist bislang unklar. Greenpeace kritisiert, dass die
Castor-Transporte offenbar klammheimlich durchgeführt werden und auf
jeden Fall zahlreiche Großstädte und dichtbesiedelte Wohngebiete
durchqueren.
    
    Ginge es nach dem Willen der Atomstromkonzerne Eon, EnBW und RWE,
sollten im Jahr 2002 insgesamt 125 Behälter in die Atomanlagen La
Hague (Frankreich) und Sellafield (Großbritannien) rollen. Mit diesem
ehrgeizigen Plan will die Atomindustrie ihr im vergangenen Jahr
entstandenes Transportdefizit wettmachen. Von 96 genehmigten
Castor-Transporten zur Wiederaufarbeitung konnten nur 48 durchgeführt
werden. Für Greenpeace-Atomexperte Mathias Edler ist dies ein
sichtbarer Erfolg der Protestaktionen gegen die Atomenergie:
    
    "Der Atommüll aus Deutschland verursacht in der Umgebung von La
Hague schwere Umweltschäden. In der sogenannten
Wiederaufarbeitungsanlage wird die ursprüngliche radioaktive
Müllmenge vervielfacht und der heiß begehrte Bombenstoff Plutonium
produziert", sagt Edler
    
    Die WAA in La Hague gibt im Normalbetrieb 15.000 mal mehr
radioaktive Stoffe an die Umwelt ab als ein großes Atomkraftwerk. Das
ist das erschreckende Ergebnis einer Studie des Instituts für
Technikfolgenabschätzung des Europäischen Parlaments (STOA) vom
November 2001. Mitte April wird das Europäische Parlament über
mögliche Konsequenzen aus der STOA-Studie beraten.
    
    "Wiederaufarbeitungsanlagen wie in La Hague und Sellafield wären
in Deutschland nicht genehmigungsfähig. Trotzdem gibt die
Bundesregierung noch bis 2005 grünes Licht für Transporte nach
Frankreich und England", stellt Mathias Edler fest. Das geltende
Atomgesetz schreibt auch in der neuen Fassung nach §9 die "schadlose
Verwertung" der giftigen Fracht vor. Atomtransporte in die
Wiederaufarbeitung sind deshalb illegal.
    
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können wir zur Verfügung stellen unter Tel: 040-30618 377.

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