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Bienen durch Pestizide bedroht
Greenpeace-Report zeigt: Verbot von gefährlichen Spritzmitteln erforderlich

Hamburg (ots) - Chemikalien, die Bienen bedrohen, müssen in der Landwirtschaft umgehend verboten werden. Nur so ist das in ganz Europa beobachtete Bienensterben auch in Deutschland zu stoppen. Das zeigt der heute von Greenpeace veröffentlichte Report "Bye bye Biene? Das Bienensterben und die Risiken für die Landwirtschaft in Europa" (http://gpurl.de/OCCga). Die Studie benennt sieben für Bienen gefährliche Pestizide, von denen drei zu den umstrittenen Nervengiften aus der Klasse der hochgiftigen Neonicotinoide gehören. Betroffen sind Spritzmittel der Hersteller Bayer, Syngenta, BASF sowie drei weitere Gifte. "Die Ergebnisse unserer Studie sind eindeutig und dürfen von der Politik nicht länger ignoriert werden", sagt Dirk Zimmermann, Landwirtschaftsexperte von Greenpeace. "Die Interessen der Chemieindustrie dürfen nicht länger Vorrang vor dem Schutz von Bienen und der Landwirtschaft haben."

Bienen sind weltweit die überwiegenden und wirtschaftlich bedeutsamsten Insekten zur Bestäubung. In den vergangenen Jahren überlebten europaweit durchschnittlich 20 Prozent der Bienenvölker den Winter nicht. In Deutschland waren es teilweise sogar 30 Prozent. Ein Grund dafür sind Pestizide. Sie töten Bienen nicht nur, sondern schädigen sie auch in nicht-tödlichen Konzentrationen. Betroffene Bienen weisen Missbildungen auf, ihre Orientierung kann gestört oder ihr Lernverhalten beeinträchtigt sein.

Etwa ein Drittel der Nutzpflanzen, die der Ernährung dienen, sind von der Bestäubung durch Insekten abhängig. Bis zu 75 Prozent unserer Kulturpflanzen wären von einem Produktivitätsrückgang betroffen.

Ilse Aigner blockiert Verbot von Giften, die Bienen gefährden

Derzeit wird auf EU-Ebene ein vorläufiges Verbot der Neonicotinoide Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam diskutiert. Bisher hat Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) sich bei der Abstimmung enthalten und damit ein sofortiges Verbot blockiert. Greenpeace fordert Frau Aigner auf, sich nicht nur im weiter offenen Prozess in der EU, sondern auch auf nationaler Ebene für das umgehende und komplette Verbot bienengefährlicher Chemikalien einzusetzen. "Frau Aigner hat lange genug die Notwendigkeit eines dringend gebotenen Kurswechsels in der Landwirtschaft ignoriert. Die dramatische Dimension des Bienensterbens sollte ihr endgültig Anlass zum Umdenken geben", fordert Zimmermann.

Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Dirk Zimmermann unter Tel. 0160-5814 942, oder Pressesprecherin Mirja Schneemann unter Tel. 0171-8781 185. Fotomaterial erhalten Sie unter Tel. 040-30618 376. Den Greenpeace-Report "Bye bye Biene?" finden Sie unter: http://gpurl.de/OCCga Greenpeace-Pressestelle: Telefon 040-30618-340, Email presse@greenpeace.de; Greenpeace im Internet: www.greenpeace.de, auf Twitter: http://twitter.com/greenpeace_de, auf Facebook: www.facebook.com/greenpeace.de.

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