Greenpeace e.V.

Ölschlamm für die Elf-Zentrale
Greenpeace übergibt 100.000 Protestkarten gegen russische Umweltkatastrophe

    Berlin (ots) - Fünf 200-Liter-Tonnen voll ölverdreckter Erde aus
Sibirien haben 15 deutsche und russische Greenpeace-Aktivisten heute
morgen im Foyer der Elf-Zentrale in Berlin ausgeschüttet. Sie
protestieren damit gegen die Weigerung des Konzerns, sich zu seiner
Mitverantwortung für die Ölverseuchung in den sibirischen
Fördergebieten zu bekennen. Das Öl, das Elf für den deutschen Markt
verarbeitet, stammt zum großen Teil aus dieser Region.
    
    Neben dem Ölschlamm entrollten die Umweltschützer im Foyer ein
Transparent mit der Aufschrift "TotalFinaElf: Gewinne steigern,
Sibirien verseuchen". Greenpeace übergibt in Berlin außerdem 100.000
Protest-Postkarten, auf denen Bürger aus dem ganzen Bundesgebiet den
Geschäftsführer von TotalFinaElf Deutschland, Tomas Vanicek,
auffordern, gegen die Umweltverseuchung in Sibirien vorzugehen. In
Russland laufen jedes Jahr schätzungsweise 15 Millionen Tonnen Erdöl
aus maroden Pipelines.
    
    "Die Elf-Verantwortlichen tun so, als würde sie die Ölkatastrophe
in Sibirien nichts angehen?, sagt Jan Rispens, Ölexperte von
Greenpeace. ?Aber der Konzern ist mitverantwortlich und muss etwas
dagegen tun. Die ölverdreckte Erde soll Herrn Vanicek davon
überzeugen, wie dringend dort etwas geändert werden muss."
    
    Greenpeace-Aktivisten protestierten in den vergangenen Monaten
mehrmals bei der Elf-Raffinerie in Leuna gegen die Ölkatastrophe. Am
13. Juli bemalten sie Tanklastzüge mit dem Spruch "Elf: Ölpest für
Russland". Im August sammelten 30 Greenpeace-Aktivisten im
Samotlor-Ölfeld rund 50 Tonnen ausgelaufenes Erdöl in der Nähe der
Sibirischen Stadt Nizhnevartovsk ein. Die Geschäftsführung der
Leuna-Raffinerie weigerte sich damals, ein Flugticket zum
Greenpeace-Camp anzunehmen, um sich vor Ort einen Eindruck zu
verschaffen. Die Firma Tyumen Oil (TNK), die das Samotlor-Ölfeld
betreibt, ist ein wichtiger Handelspartner von TotalFinaElf.
    
    In einem bisher unbekannten Dekret vom 21. August hat der
russische Präsident Putin verordnet, in den folgenden drei Monaten
einen Vorbeugungs- und Notfallplan für Ölunfälle auszuarbeiten. "Die
Probleme der Ölindustrie sind in Russland durchaus bekannt", sagt
Oganes Targulian, Greenpeace-Ölexperte aus Moskau. "Aber nur
gemeinsam mit ihren großen westlichen Kunden kann die russische
Ölindustrie etwas ändern."
    
    Jedes Jahr laufen rund fünf Prozent des in Russland geförderten
Öls aus beschädigten Pipelines aus. Russland ist mit jährlich 30
Millionen Tonnen Erdöl der wichtigste Lieferant für die deutsche
Erdölindustrie. Der größte Importeur russischen Erdöls in Deutschland
ist der französische Ölmulti TotalFinaElf. Dessen deutsche Tochter
Elf ist alleinige Eigentümerin der MIDER-Raffinerie in Leuna, die
Töchter Elf und Total sind Mitglieder des Betreiberkonsortiums der
PCK-Raffinerie in Schwedt. Beide Raffinerien verarbeiten fast
ausschließlich russisches Erdöl, das über die "Drushba"
(Freundschaft)- Pipeline nach Deutschland gepumpt wird.
    
ots Originaltext: Greenpeace e.V.
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