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Erfolg der Greenpeace-Kampagne: Bundesregierung fordert Verbot von TBT europaweit

Berlin (ots) - Die EU-Kommission soll innerhalb von drei Monaten ein EU-weites Verbot des Dauergifts TBT (Tributylzinn) in Schiffsfarben und in bestimmten Konsumprodukten erlassen. Auf seiner heutigen Sitzung beschloss das Bundeskabinett, eine entsprechendes Memorandum an die Kommission der Europäischen Union zu richten. Sollte in Brüssel innerhalb von drei Monaten kein TBT-Verbot auf den Weg gebracht worden sein, plant die Bundesregierung, TBT im nationalen Alleingang zu verbieten. Damit reagiert die rot-grüne Regierung auf die TBT-Skandale der letzten Zeit, die von Greenpeace aufgedeckt wurden. Das Hormongift wurde in Meeresgewässern, in Speisefischen, Windeln und Textilien gefunden. "Greenpeace begrüßt die Forderung der Bundesregierung nach einem EU-weiten TBT-Verbot," so Greenpeace-Chemieexperte Manfred Krautter. "Die EU hat jedoch in den letzten Jahren nur völlig unzureichende Maßnahmen gegen giftige Chemikalien erlassen, selbst in dringenden Fällen blieb sie meist untätig." Die EU-Kommission hat in diesem Sommer sogar einen Versuch Belgiens abgelehnt, das TBT-Schiffsfarben national verbieten wollte. Krautter fordert deshalb: "Die Bundesregierung darf nicht mehr lange abwarten. Wenn die EU TBT nicht konsequent verbietet, muss das Hormongift im nationalen Alleingang gebannt werden." Bereits im März hatte Umweltminister Trittin ein zügiges Verbot von TBT in Deutschland angekündigt. Dieser Plan scheiterte aber zunächst am Widerstand anderer Ressorts, wie des Wirtschafts-, Verkehrs- und des Verteidigungsministeriums. Die Mehrheit der Reeder und die Werftindustrie sind nach wie vor Gegner eines Verbotes. TBT-haltige Schiffsfarben müssen auch weltweit verboten werden. Ob ein Vorschlag der IMO (International Maritime Organization), TBT-Schiffsfarben ab dem Jahr 2003 global zu verbieten, in die Tat umgesetzt wird, ist derzeit noch unklar. Eine europaweiter Bann würde die Erfolgschancen für ein weltweites Verbot deutlich erhöhen. TBT-Schiffsfarben sollen den Bewuchs von Schiffsrümpfen mit Muscheln und Algen verhindern. Große Mengen des Giftes gelangen in die Gewässer, wenn sich die Farbe abnutzt oder in einer Werft entfernt wird. Schwere Schäden an Meerestieren wie Muscheln, Wasserschnecken und Fischen sind die Folge. TBT gilt als einer der giftigsten Stoffe, den die Menschen heute in die Umwelt freisetzen. Das Gift kann die Abwehrkräfte des Menschen schwächen und sein Hormonsystem beeinträchtigen. ots Originaltext: Greenpeace Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Achtung Redaktionen: Für Rückfragen erreichen Sie Manfred Krautter unter der Tel.-Nr.: 0171-8780-810 oder 040-30618-358 und Pressesprecherin Svenja Koch unter der Tel.-Nr.:040-30618-344. Internet-Info: www.greenpeace.de. Original-Content von: Greenpeace e.V., übermittelt durch news aktuell

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