Greenpeace e.V.

Atomfabrik La Hague leitet illegal Abwässer ins Meer
Greenpeace: Wiederaufarbeitungs-Anlage sofort schließen

Hamburg/La Hague (ots) - Neues Kapitel in der Skandal-Chronik der Wiederaufarbeitungs-Anlagen von La Hague und Sellafield: in den Abwässern von La Hague haben Greenpeace-Taucher radioaktive Teilchen gefunden, die die erlaubte Größe von 25 Mikrometern deutlich überschreiten. Damit verstößt La Hague gegen die Betriebsgenehmigung und leitet illegal radioaktive Abwässer in die Nordsee. Greenpeace wird die Messergebnisse vor Gericht als Beweis gegen die staatliche Betreiberin COGEMA verwenden. Seit langem fordert Greenpeace die sofortige Schließung der Anlage, die Meer und Landschaft radioaktiv verstrahlt. "Was für Gründe brauchen die französische Regierung und Deutschland als Hauptkunde denn noch, um endlich etwas gegen die Strahlenschleuder zu unternehmen?" fragt Veit Bürger, Atomexperte von Greenpeace. "Der Grenzwert für die Abwässer ist sowieso schon absurd hoch, und nicht einmal daran halten sich die Betreiber." Die radioaktiven Abwässer werden in La Hague durch eine fünf Kilometer lange Pipeline direkt ins Meer geleitet. Radioaktive Partikel dürfen laut Betriebsgenehmigung eine Größe von höchstens 25 Mikrometern haben, was etwa einem Salzkorn entspricht. Greenpeace-Taucher nahmen in den letzten Wochen in 30 Meter Tiefe Proben am Rohrende, die von dem unabhängigen französischen Fachlabor ACRO ausgewertet wurden. Ergebnis: die strahlenden Partikel im Abwasser sind mindestens 36 Mikrometer groß. Es fanden sich sehr hohe Konzentrationen von Kobalt-60 und Ruthenium-106 sowie des äußerst radiotoxischen Americium-241. Die radioaktiven Teilchen sind wasserunlöslich, strahlen Hunderte von Jahren und können über Fische und Meeresfrüchte in die Nahrungskette des Menschen gelangen. La Hague pumpt pro Jahr rund eine halbe Milliarde Liter radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer. Die strahlenden Abwässer verteilen sich entlang der deutschen und skandinavischen Meeresküsten bis in die Arktis. Deutschland ist der größte Kunde der Wiederaufarbeitungsanlage (WAA) an der Küste der Normandie. Aus deutschen Atomkraftwerken wurden in den letzten 25 Jahren rund 4.540 Tonnen hochradioaktiver Atommüll dorthin transportiert. Auf der am 26. Juni beginnenden OSPAR-Konferenz will Dänemark mit Unterstützung von Irland La Hague und die WAA im britischen Sellafield wegen ihrer hohen radioaktiven Emissionen stilllegen lassen. Auch die zweite europäische WAA in Sellafield sorgt immer wieder für Skandale. Zuletzt fälschten die Betreiber Sicherheitspapiere für deutsche Kernbrennstäbe. Veit Bürger: "Den Betreibern von La Hague und Sellafield ist Profit wichtiger als Sicherheit und Umweltschutz. Wir fordern die Bundesregierung auf, die Wiederaufarbeitung von deutschem Atommüll zu verbieten, was sofort und ohne Entschädigungszahlungen möglich ist. Bei der OSPAR-Konferenz sollte sich Deutschland konsequent hinter die dänische Resolution stellen." ots Originaltext: Greenpeace Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Achtung Redaktionen! Rückfragen bitte an Veit Bürger, Tel. 040-30618-303 oder Susanne Ochse (- 311). Auf Wunsch erhalten Sie Foto- und Beta-SP-Material der Taucheinsätze (Foto: 040-30618-377, TV: -375) Internet: www.greenpeace.de Greenpeace Pressestelle Tel. 040 / 306 18 - 340 Fax 040 / 306 18 - 130 presse@greenpeace.de www.greenpeace.de Original-Content von: Greenpeace e.V., übermittelt durch news aktuell

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