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Weniger Schutz vor Pestiziden durch Seehofer-Plan
Umweltverbände fordern von Agrarministern Maßnahmen für weniger Pestizideinsatz

Hamburg/Berlin (ots)

22.9.2008 - Mehr Schutz für Verbraucher und
Umwelt vor gefährlichen Pestiziden fordern vier führende 
Umweltverbände im Vorfeld der Agrarministerkonferenz, die ab Mittwoch
in Meißen tagt. Der Grund: Der vor kurzem vorgestellte "Aktionsplan" 
des Bundes-Landwirtschaftsministeriums (BMELV) ist ein schwerer 
Rückschritt für den Schutz von Verbrauchern und Umwelt. Der 
"Nationale Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von 
Pflanzenschutzmitteln" ersetzt das im Jahr 2004 von der damaligen 
Ministerin Renate Künast (Grüne) verabschiedete "Reduktionsprogramm 
chemischer Pflanzenschutz". Die bisher geltenden Ziele, den Einsatz 
von Pestiziden innerhalb von zehn Jahren um 15 Prozent und 
Überschreitungen von Pestizidgrenzwerten in Lebensmitteln auf unter 
ein Prozent zu senken, sind im neuen "Aktionsplan" gestrichen worden.
Greenpeace e.V., NABU (Naturschutzbund Deutschland e.V.), PAN 
(Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.) und der BUND (Bund für Umwelt und 
Naturschutz Deutschland e.V.) fordern deshalb die Agrarminister von 
Bund und Ländern zur Korrektur des Plans auf. Darin muss klar 
festgelegt sein, wie stark der Einsatz chemischer Pestizide gesenkt 
werden soll, wie stark nichtchemische Alternativen ansteigen und 
gefördert werden sollen und wie stark Pestizid-Rückstände in 
Lebensmitteln sinken sollen.
"Die französische Regierung hat vergangenen Dienstag angekündigt, 
den Pestizideinsatz innerhalb von zehn Jahren um 50 Prozent zu 
senken. Dagegen ist der Aktionsplan von Minister Seehofer ein 
Rohrkrepierer," kritisiert Manfred Krautter, Chemieexperte von 
Greenpeace. "Inzwischen wirken die Maßnahmen der Umweltverbände und 
des Lebensmittelhandels zur Verringerung der Pestizide in Obst und 
Gemüse. Seehofer setzt diesen Fortschritt nun fahrlässig aufs Spiel."
Carina Weber, Geschäftsführerin von PAN Germany stellt klar: 
"Sollten die Landwirtschaftsminister ihren Aktionsplan nicht deutlich
nachbessern, wird die weitere Mitarbeit unserer Verbände an dem Plan 
in Frage gestellt."
"Aus Sicht des Naturschutzes ist ein Maßnahmenkatalog mit 
verbindlichen Reduktionszielen und Instrumenten dringender denn je 
erforderlich", fordert NABU-Agrarexperte Florian Schöne. "Die 
jüngsten Umsatzzuwächse der Pestizidindustrie belegen eine deutliche 
Intensivierung der Landnutzung, die sämtliche Nachhaltigkeitsziele 
der Bundesregierung gefährdet."
"Statt konkreter Ziele zur Minderung der Pestizidbelastung bei 
Lebensmitteln finden sich im Aktionsplan von Landwirtschaftsminister 
Seehofer lediglich vage Forschungsvorhaben und nur unzureichende 
Maßnahmen", so Patricia Cameron, Chemieexpertin des BUND.
Achtung Redaktionen: Für Rückfragen erreichen Sie Manfred Krautter
(Greenpeace) unter Tel. 040-30618 358, Carina Weber (PAN) unter Tel. 
040-3991910-23, Florian Schöne (NABU) unter 030-284 984-1615 und 
Patricia Cameron (BUND) unter 030 - 275 86 426

Original-Content von: Greenpeace e.V., übermittelt durch news aktuell

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