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Brot statt "Biosprit"
Greenpeace-Aktivisten protestieren gegen falsche Kraftstoff-Politik

Berlin (ots)

Gegen die verfehlte Kraftstoff-Politik von CDU und
SPD protestieren Greenpeace-Aktivisten in Berlin. Unter dem Motto 
"Brot statt 'Biosprit'" stapeln sie vor den Parteizentralen beider 
Parteien Brote auf einem Tisch. Im Hintergrund steht ein 
Mercedes-Geländewagen. Aus 100 Kilogramm Weizen lassen sich entweder 
100 Brote backen oder knapp 40 Liter Ethanol herstellen. Ein 
Mercedes-Geländewagen mit 13 Liter Verbrauch verschlingt nach dieser 
Rechnung alle zwei Kilometer ein Brot, wenn er nur mit Agrosprit 
betankt wird. Greenpeace fordert, Benzin und Diesel keinen weiteren 
Agrosprit beizumischen.
"SPD und CDU sind durch ihre Agrokraftstoff-Ziele 
mitverantwortlich für die weltweite Ernährungskrise", sagt Ulrike 
Kallee, Biomasse-Expertin von Greenpeace. "Wenn sich Menschen in 
Afrika, Asien oder Südamerika auch aufgrund deutscher Politik kein 
Brot mehr leisten können, ist das zutiefst unchristlich und 
unsozial."
Neben veränderten Ernährungsgewohnheiten, Missernten und 
Preisspekulationen tragen Agro-Treibstoffe entscheidend zur aktuellen
Preisexplosion bei Grundnahrungsmitteln bei. Die OECD schätzt, dass 
der zunehmende Anbau von Getreide, Mais und Ölsaaten für 
Agro-Treibstoffe die Preise massiv beeinflusst. Auch Weltbank und IWF
sehen im sogenannten "Bio"-Sprit eine wesentliche Ursache für die 
jüngsten Preisexplosionen bei Lebensmitteln.
Alleine in den USA werden inzwischen 84 Millionen Tonnen Getreide 
zu Ethanol verarbeitet. Damit könnte man 200 Millionen Menschen ein 
Jahr lang ernähren. In Deutschland wird vor allem "Biodiesel" 
produziert. Die einheimische Erzeugung reicht aber schon längst nicht
mehr aus. Jüngste Analysen von Greenpeace belegen, dass der 
beigemischte Pflanzen-Diesel zu fast 20 Prozent aus ausländischem 
Sojaöl gewonnen wird. Jedes Prozent mehr Beimischung von Biodiesel in
Deutschland, bedeutet über 700.000 Hektar zusätzliche Anbaufläche für
Agrosprit. Greenpeace fordert daher, die Beimischungsquote 
aufzugeben.
"Angela Merkel und ihre Minister Seehofer und Gabriel sind 
schlecht beraten, wenn sie auf Agro-Treibstoffe setzen", sagt Kallee.
"Agro-Sprit im Tank bedeutet mehr Hungernde und weniger Urwälder. 
Vier Wochen vor dem UN-Urwaldgipfel in Bonn muss von Deutschland ein 
deutliches Signal ausgehen, dass Agrosprit der falsche Weg ist für 
den Klimaschutz. Was wir wirklich brauchen sind sparsamere Autos. 
Doch statt sich sich für einen geringeren Kraftstoffverbrauch 
einzusetzen, stellen sich CDU und SPD schützend vor die Hersteller 
von Sprit schluckenden Limousinen."
Greenpeace hält bis 2020 eine Senkung des Flottenverbrauchs auf 3 
Liter pro 100 Kilometer für möglich. CDU uns SPD lenken stattdessen 
durch einen Ausbau der Agro-Kraftstoffe von den nötigen 
Verbrauchssenkungen ab. Bis 2020 haben sich die europäischen Staats- 
und Regierungschef unter der Führung von Angela Merkel auf eine 
Verzehnfachung der Agrosprit-Beimischung geeinigt. In Deutschland 
will Umweltminister Gabriel sogar 12 bis 15 Prozent Agro-Kraftstoffe 
im Tank sehen.
Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Ulrike Kallee, Tel. 
0151-1805 3387, oder an Pressesprecher Björn Jettka, Tel. 0171-8780 
778. Bilder der Aktion erhalten Sie unter 040-30618-377. Internet: 
www.greenpeace.de

Original-Content von: Greenpeace e.V., übermittelt durch news aktuell

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