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Gabriel gibt Greenpeace Recht: Klimaschutz ist mit 25 Kohlekraftwerken unmöglich
Umweltminister will Liste der Kraftwerksprojekte prüfen

Hamburg (ots)

Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hat eine
detaillierte Prüfung der von Greenpeace veröffentlichten aktuellen 
Liste der geplanten Kohlekraftwerke angekündigt. In der vergangenen 
Woche hatte Gabriel nach der Veröffentlichung einer Studie der 
Umweltschutzorganisation kritisiert, dass Greenpeace von 25 geplanten
Kohlekraftwerken ausgeht. Er behauptete, in Deutschland seien nur 
neun Kohlekraftwerke geplant. Nachdem Greenpeace daraufhin eine 
aktuelle Liste der Bauprojekte veröffentlicht hatte, gab Gabriel 
jetzt gegenüber Greenpeace erstmals zu, dass mit dem Bau von 25 
Kohlekraftwerken die Klimaschutzziele der Bundesregierung nicht 
erreicht werden könnten. Greenpeace fordert vom Umweltminister klare 
Informationen darüber, welche 15 Kohlekraftwerke nicht gebaut werden.
"Umweltminister Gabriel muss jetzt darlegen, wie er den Bau von 15
Kohle-Kraftwerken verhindern will", sagt Klima-Experte Karsten Smid 
von Greenpeace. "Mit den bisher geplanten 25 Kraftwerken ist das 
Klimaschutzkonzept der Bundesregierung gescheitert." Nach der von 
Greenpeace geführten Liste ist bisher für sieben Anlagen eine 
Genehmigungen erteilt, bei 13 Projekten ist das Genehmigungsverfahren
eingeleitet und an vier Standorten laufen konkrete Planungen für neue
Kohlekraftwerke. Das Projekt der RWE für ein neues 
Steinkohlekraftwerk im saarländischen Ensdorf wurde am Wochenende 
durch ein Bürgervotum verhindert.
Gabriel hatte auf Nachfrage von Greenpeace auf einer Veranstaltung
der SPD in Salzgitter am Montag zu der Liste mit 25 
Kraftwerksprojekten erklärt: "Ich muss feststellen, dass Sie Recht 
haben. Wenn diese Anzahl von Kohlekraftwerken, vor allem wenn sie 
ohne Kraftwärmekopplung gebaut werden, gebaut wird, werden wir die 
Klimaschutzziele deshalb nicht erreichen [...], " Und weiter: "Ich 
habe keine Lust mit einem riesen Aufstand ein Energiepaket durch die 
Bundesregierung zu kriegen [...], und [dass] dann hinterher ein Teil 
wieder aufgefressen wird, durch eine Energiepolitik von vier 
Konzernen...", die sich, so Gabriel, bisher in der Klimapolitik nicht
um das Notwendige gekümmert hätten.
Eine in der vergangenen Woche von Greenpeace veröffentlichte 
Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Bundesregierung ihr 
angestrebtes Ziel einer Treibhausgasminderung von 40 Prozent bis 2020
mit dem Klimaschutzpaket in seiner aktuellen Form nicht erreichen 
wird. Statt der notwendigen Reduktion von 270 Millionen Tonnen CO2 
pro Jahr, sei nur eine jährliche Minderung um maximal 160 Millionen 
Tonnen CO2 zu erwarten. Hauptgrund für das Scheitern der 
Regierungspläne ist demnach das Neubauprogramm für Kohlekraftwerke in
Deutschland.
Achtung Redaktionen: Die aktuelle Kraftwerksliste finden Sie im 
Internet. Für Rückfragen erreichen Sie Greenpeace-Klimaexperten 
Karsten Smid unter Tel. 0171-8780 821 oder
040 - 30618 - 388 oder Pressesprecher Jan Haase unter 0171 - 8700 
675.
Greenpeace im Internet unter: www.greenpeace.de

Original-Content von: Greenpeace e.V., übermittelt durch news aktuell

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