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Computer Bild: 500 000 Haushalte wahrscheinlich von Fußball-WM ausgesperrt

Hamburg (ots) - TV-Zuschauer, die ihr Programm digital per Satellit empfangen, müssen wohl auf die Live-Übertragung der Fußball-Weltmeisterschaft (ab 31. Mai 2002) bei den Öffentlich-Rechtlichen Fernsehsendern verzichten: ARD und ZDF haben Probleme mit den digitalen Senderechten. Das berichtet die Zeitschrift COMPUTER BILD in der neuesten Ausgabe (ab Montag, 28. Januar im Handel). Das Problem: Die Satelliten-Übertragungen von ARD und ZDF sind teilweise auch im europäischen Ausland zu empfangen - weil sich das Satellitensignal technisch nicht auf deutsche Ländergrenzen einengen lässt. Andere europäische Sender, die ebenfalls die Rechte für WM-Übertragungen von der Kirch-Gruppe gekauft haben, sehen so die Exklusivität ihrer Berichterstattung gefährdet. Um diesen so genannten "over-spill" zu verhindern, forderte die Münchener Kirch-Gruppe deswegen von ARD und ZDF, das digitale Satellitensignal zu verschlüsseln. Doch dabei gibt es große Probleme: Wenn das Signal verschlüsselt wird, bräuchten die Zuschauer einen digitalen Satellitenempfänger (Receiver) mit einem Einschub (Common Interface). Diese Schnittstelle nimmt ein spezielles Entschlüsselungsmodul und eine Scheckkarten-große "Smart Card" auf, die das Sendersignal entschlüsseln kann. ARD und ZDF müssten also Schlüsselkarten herstellen lassen und an die Zuschauer verteilen. Aber auch damit wären nicht alle Zuschauer in der Lage, die Fußball-WM zu sehen. Denn viele der digitalen Satellitenhaushalte haben Empfänger, die nicht mit einem Common Interface ausgestattet sind. Sie müssten sich zuerst neue Geräte mit diesem Standard kaufen. Ein hochrangiger ARD-Mitarbeiter zu COMPUTER BILD: "Deswegen ist es für uns praktisch unmöglich, die Übertragungen zu verschlüsseln. Allein der Aufwand, die Schlüsselkarten zu verteilen wäre zu groß." Zurzeit laufen zwar Gespräche zwischen ARD und ZDF, wie das Problem doch noch zu lösen ist, der ARD-Mann ist sich aber sicher: "Wir können die Spiele nicht digital per Satellit übertragen." Im Klartext: In 500 000 Haushalten bliebe der Bildschirm schwarz. Dr. Hans Hege, Direktor der Medienanstalt Berlin und Brandenburg, zu COMPUTER BILD: "Diese Probleme sind besonders ärgerlich, weil man TV-Zuschauer bestraft, die auf neue Technologien gesetzt haben. Das darf nicht sein." Die Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten fordert deshalb schon lange, dass Satellitenempfänger nur noch mit Common Interface verkauft werden sollten. In der Praxis ist das bislang noch nicht geschehen. ZDF-Pressesprecher Walter Kehr schlägt jetzt eine Notlösung für die betroffenen Zuschauer vor: "Wenn es tatsächlich nicht möglich sein sollte, die WM digital per Satellit auszustrahlen, könnten diese Zuschauer immer noch auf den terrestrischen Empfang ausweichen." Über die Zimmer- oder Hausantenne sind 25 ausgewählte Spiele (darunter alle Spiele mit deutscher Beteiligung) über ARD und ZDF zu empfangen. Auch Kabelkunden und Zuschauer mit einer analogen Satellitenanlage können diese Begegnungen frei empfangen. In Deutschland überträgt nur der Bezahl-TV-Sender "Premiere World" alle 64 Spiele der WM live. ots Originaltext: ASV Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Redaktioneller Ansprechpartner: Michael Dunker Telefon: (0 40) 3 47-2 75 85 Pressekontakt: Tobias Fröhlich Telefon: (0 40) 3 47-2 70 38 E-Mail: tfroehlich@asv.de Diese Presseinformation kann im Internet unter www.asv.de abgerufen werden. Original-Content von: Axel Springer SE, übermittelt durch news aktuell

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