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stern : Gift-Alarm bei Chips und Pommes

stern : Gift-Alarm bei Chips und Pommes

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    Hamburg (ots) - Nach dem Nitrofen-Skandal droht den Deutschen
neuer Ärger um belastete Lebensmittel. Wie das Hamburger Magazin
stern in seiner neuen Ausgabe berichtet, enthalten auch in
Deutschland vertriebene Kartoffelchips, Cornflakes, Pommes Frites,
Cracker und sogar Knäckebrot hohe Mengen Acrylamid - ein Stoff, den
die "International Agency for Research on Cancer" als "wahrscheinlich
krebserregend" einstuft. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse, die
der stern  beim Berliner "Naturwissenschaftlichen Forschungs- und
Untersuchungslaboratorium" (Nafu) in Auftrag gab.
    
    Der stern ließ erstmals in Deutschland insgesamt 20 Proben testen,
die im Supermarkt, bei Fast-Food-Ketten und in einem Imbiss
eingekauft worden waren.  Ergebnis: Kein einziges der Nahrungsmittel
war frei von Acrylamid. In acht Fällen lagen die Werte sogar über 500
und dreimal davon deutlich über 1000 Mikrogramm pro Kilogramm - bei
Kartoffelchips und Pommes Frites.
    
    Schwedische Wissenschaftler hatten Ende April erstmals Acrylamid
in hohen Dosen in Nahrungsmitteln entdeckt und Alarm geschlagen. Sie
analysierten weit über 100 Waren auf den gefährlichen Stoff und
fanden hohe Konzentrationen vor allem in Lebensmitteln, die
frittiert, geröstet oder scharf gebraten wurden.
    
    Wie der gefährliche Stoff in die Lebensmittel gelangt, ist noch
unklar. Wahrscheinlich entsteht er bei der chemischen Umwandlung der
Kohlehydrate unter großer Hitze, die bei der Produktion von Chips
oder Pommes eingesetzt wird. Gerichte, die nur bei mäßiger Hitze
gebacken oder gebraten werden (Pizza, Pfannkuchen, Hackfleisch,
Fischstäbchen, Gemüsegratins), enthielten nach den Studien nur sehr
geringe Mengen des Giftes. Noch niedriger oder sogar bei Null lagen
sie in gekochter Nahrung (Kartoffeln, Reis und Mehlspeisen).
    
    In Tierversuchen traten bei der Verabreichung hoher Dosen von
Acryamid Nerven- und Organschäden sowie Krebstumoren auf. Darüber
hinaus zeigten sich Genschäden und Beeinträchtigung der
Fortpflanzungsfähigkeit. Bei Menschen, welche die synthetisch
produzierte Chemikalie am Arbeitsplatz etwa bei der Kunststoff- und
Klebstoffherstellung in größeren Mengen einatmeten, haben Forscher
dauerhafte Sensibilitäts- und Bewegungsstörungen beobachtet.
    
    Diese Vorabmeldung ist mit Quellenangabe zur Veröffentlichung
frei.
    
    
ots Originaltext: Stern
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