Gruner+Jahr, STERN

stern-Umfrage: Überwiegend Zustimmung für de Maiziéres Sicherheitsliste

Hamburg (ots) - Das Forsa-Institut hat im Auftrag des stern ermittelt, wie die Deutschen die Arbeit der Sicherheitsbehörden im Fall des Berliner Weihnachtsmarkt-Attentäters Anis Amri beurteilen und wie sie zu den Vorschlägen von Bundesinnenminister Thomas de Maiziére zur Neuordnung der Sicherheitsstrukturen stehen. Dass die Behörden bei der Überwachung Amris, der als islamistischer Gefährder mit verschiedenen Identitäten ungehindert durchs Land reisen konnte, versagt hätten, meint fast jeder zweite Bundesbürger (49 Prozent). 45 Prozent der Befragten teilen diese Ansicht nicht.

Über zwei Drittel - nämlich 79 Prozent - halten es angesichts des Falles Amri für erforderlich, die von de Maiziére geforderten Möglichkeiten zu schaffen, um gefährliche Ausreisepflichtige in längere Abschiebehaft nehmen zu können. Überwiegend Zustimmung finden auch die anderen Vorschläge, mit denen de Maiziére die deutschen Sicherheitsstrukturen auf eine zentrale Federführung des Bundes ausrichten und den Ländern die Zuständigkeit für die Abschiebung abgelehnter Asylbewerber nehmen will. So befürworten 68 Prozent die Senkung der rechtlichen Anforderungen an sichere Drittstaaten oder Herkunftsländer, 59 Prozent die räumliche Zusammenlegung abgelehnter Asylbewerber in Bundesausreisezentren.

De Maiziéres Forderung, die Bundespolizei, deren Arbeit derzeit noch auf Bahnhöfe, Flughäfen und die Grenzsicherung beschränkt ist, zu einer echten Bundespolizei auszubauen, schließen sich 77 Prozent an, und für eine Ausweitung der Befugnisse des Bundeskriminalamtes zur Steuerung aller Sicherheitsbehörden sprechen sich 72 Prozent aus. Keine eindeutige Mehrheit gibt es lediglich für die Abschaffung der Landesämter für Verfassungsschutz. Für deren Auflösung sind 48 Prozent, 40 Prozent lehnen sie ab, und zwölf Prozent haben dazu keine Meinung.

Datenbasis: Das Forsa-Institut befragte am 5. und 6. Januar 2016 im Auftrag des Magazins stern 1001 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger, die durch eine computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt wurden. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 3 Prozentpunkten.

Diese Vorabmeldung ist nur mit der Quellenangabe stern zur Veröffentlichung frei.

Pressekontakt:

Sabine Grüngreiff, Gruner + Jahr Unternehmenskommunikation,
Telefon 040 - 3703 2468, gruengreiff.sabine@guj.de

Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Gruner+Jahr, STERN

Das könnte Sie auch interessieren: