Gruner+Jahr, STERN

stern: Schröder korrigiert Wahlkampf-Kurs - Politisierung statt reiner Personalisierung
Heftige Angriffe gegen Union : "Stoibers Wahlprogramm kostet 76 Milliarden Euro"

stern: Schröder korrigiert Wahlkampf-Kurs - Politisierung statt
reiner Personalisierung / Heftige Angriffe gegen Union : "Stoibers
Wahlprogramm kostet 76 Milliarden  Euro"
Bundeskanzler Gerhard Schröder hat seine Wahlkampfstrategie korrigiert und eine stärkere inhaltliche Auseinandersetzung mit der Union anstelle einer reinen Personalisierung gegenüber dem Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber angekündigt. In einem Interview mit dem Hamburger Magazin stern sagte Schröder: "Jetzt gibt es eine Auseinandersetzung über die Frage, wer die überzeugenderen Programme hat. Wenn die heiße Phase des Wahlkampfs beginnt, Mitte August, wird der SPD-Vorsitzende und Bundeskanzler gegen den Ministerpräsidenten Bayerns stehen. Aber nicht nur: der oder ich. Es wird eine Personalisierung geben vor der Frage, wer das bessere inhaltliche Angebot hat." Die SPD werde dabei auf ihr bereits eingeleitetes Reformwerk verweisen und als neue Projekte die Reform des Arbeitsmarktes sowie den Ausbau der Kinderbetreuung herausstellen. Jährlich solle eine Milliarde Euro in Betreuung und Ganztagsschulen investiert werden, "damit junge, gut ausgebildete Frauen ihrem Beruf nachgehen können". Schröder fügte hinzu: "Wir haben das überlegene Konzept und die bessere Führung. Das wird die Partei mobilisieren." Heftige Angriffe richtete des Kanzler gegen das Wahlprogramm der CDU/CSU. "Die Vorschläge, die die machen, kosten 76 Milliarden Euro. Das heißt, die tun so, als hätten sie einen zusätzlichen Bundeshaushalt zur Verfügung. Das ist in einer Weise unseriös, dass es einem den Atem verschlägt." Wenn man das Programm der Union auf seinen Realitätsgehalt abklopfe, bleibe "ein dröhnendes Nichts". Die Berufung von Lothar Späth zum Ministerkandidaten der Union für Wirtschaft, Arbeit und Aufbau Ost kommentierte Schröder mit den Worten: "Wenn es eng wird, holt man immer wieder ihn. Innovativ ist das nicht." Ähnlich verhalte es sich mit Wolfgang Schäuble, der in der Mannschaft Stoibers für Äußeres und Sicherheit stehen soll. "Die müssten zunächst mal unter sich klären, ob ihr Programm identisch ist mit dem, was Schäuble wollte. Er wollte weniger, das aber präziser. Und hat dann auf die Programmarbeit wenig Einfluss nehmen können. Ich finde, man muss trotzdem Respekt davor haben, dass er bei der Behandlung, die ihm widerfahren ist, so diszipliniert ist und sich gleichwohl zur Verfügung stellt." (Achtung: Das Interview steht Ihnen auf Wunsch im Wortlaut zur Verfügung. Tel: 040/3703-3558) Diese Vorabmeldung ist mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei. ots Originaltext: Stern Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Für inhaltliche Rückfragen: stern-Redakteur Ulrich Jörges, Tel. 030/202 24 - 0 Nachrichtenredaktion Telefon (040) 3703 3558 Telefax (040) 3703 5631 Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

Themen in dieser Meldung


Weitere Meldungen: Gruner+Jahr, STERN

Das könnte Sie auch interessieren: