Gruner+Jahr, STERN

stern: Justizskandal in Mecklenburg-Vorpommern

stern: Justizskandal in Mecklenburg-Vorpommern

      - Querverweis: Bild ist abrufbar unter:        
         http://www.presseportal.de/galerie.htx?type=obs    


    Hamburg (ots) - In Mecklenburg-Vorpommern bahnt sich nach
Informationen des Hamburger Magazins stern ein Justizskandal an.
Justizminister Erwin Sellering (SPD) hat die "außerordentliche
Geschäftsprüfung" eines Schweriner Staatsanwalts angeordnet.
Ausgerechnet dieser Staatsanwalt ermittelt auch gegen 16 prominente
SPD-Landespolitiker - darunter Ministerpräsident Harald Ringstorff.
    
    Am 15. April musste Generalstaatsanwalt Uwe Martensen dem
Leitenden Oberstaatsanwalt in Schwerin "vertraulich" mitteilen, dass
auf Anweisung von Justizminister Sellering zwischen 6. und 8. Mai
alle Akten des Staatsanwalts Wulf Kollorz untersucht werden.
    
    Wie der stern in seiner neuen, in dieser Woche bereits am Dienstag
erscheinenden Ausgabe weiter berichtet, wirft der Justizminister dem
Ermittler Kollorz Strafvereitelung im Amt vor. Kollorz soll ein
Verfahren gegen zwei mutmaßliche Hintermänner eines Überfalls auf ein
Asylbewerberheim vor zehn Jahren in Boizenburg verschleppt haben. Die
24 Haupttäter hatte Kollorz bereits zwischen 1993 und 1996 vor
Gericht gebracht. Sie wurden teilweise zu hohen Haftstrafen
verurteilt.
    
    Das Ermittlungsverfahren gegen Kollorz, so der stern, kommt
ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, da da dieser Staatswanwalt gegen 16
prominente SPD-Landespolitiker wegen gemeinschaftlich begangener
Untreue ermittelt. Zu ihnen gehören neben Ministerpräsident
Ringstorff auch Innenminister Gottfried Timm sowie der
Fraktionsvorsitzende Volker Schlotmann.
    
    Am 15. März hatte die Staatsanwaltschaft Schwerin den
Landtagspräsidenten Hinrich Kuessner über die bevorstehende
Anklageerhebung gegen Schlotmann und den Parlamentarischen
Geschäftsführer Reinhard Dankert informiert. Zehn Tage später
erklärte Generalstaatsanwalt Uwe Martensen: "Gegen die beabsichtigte
Anklageerhebung bestehen keine Bedenken." Am 10. April ordnete der
Justizminister die "außerordentliche Geschäftsprüfung aus besonderem
Anlass" an. Zu einem möglichen Zusammenhang zwischen beiden
Verfahren hat sich Minister Sellering trotz stern-Anfrage nicht
geäußert.
    
    Diese Vorabmeldung ist mit Quellenangabe zur Veröffentlichung
frei.
    
    
ots Originaltext: stern
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

Für Rückfragen:

stern-Nachrichtenredaktion
Tel. 040-3703-3558

Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Gruner+Jahr, STERN

Das könnte Sie auch interessieren: