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Piëch fordert Abschaffung der Ökosteuer

"Die Ökosteuer auf den Benzinpreis abschaffen, nicht nur aussetzen", fordert der scheidende VW-Chef Ferdinand Piëch im Interview mit dem Hamburger Magazin stern. Weiter sagte er: "Ich bin sicher, dass die Wirtschaft wieder anspringen würde, wenn die viel zu hohen Benzin- und Dieselpreise nicht derart gegen die Autokonjunktur arbeiten würden." Der 65-jährige Automanager gestand dem Blatt, dass er bei seinem Amtsantritt im Frühjahr 1993 "kein fertiges Konzept" mitbrachte, wie er den damals notleidenden VW-Konzern sanieren wollte. "Das hätte auch keiner umsetzen können. Schließlich wusste ich ja nicht, was mich erwartet." Er sei zum Beispiel davon ausgegangen, "dass die Töchter Skoda und Seat von der Mutter genauso strengstens geführt und kontrolliert werden wie wir bei Audi, wo ich damals Chef war." Umso erstaunter sei er gewesen, dass die Töchter Seat und Skoda völlig unkontrolliert arbeiteten und ihre "Riesenverluste irgendwo reinwurschteln konnten", so dass es keiner merkte. Piëch bereut "keine seiner Taten". Auch nicht, dass er den Kostendrücker José Ignacio López' von General Motors zu VW geholt habe. Piëch: "Die Frage war damals: Wie schnell kommen wir wieder zu Geld?" Zusammen mit anderen Maßnahmen habe unter anderem auch López Arbeit sehr schnell dazu geführt, dass der Konzern über Nacht 1,6 Milliarden Mark mehr in der Kasse hatte. Ein Großteil des Erfolges, den Piëch hinterlässt, sei auch auf seinen Arbeitsdirektor Peter Hartz zurückzuführen. "Er ist für VW die Schlüsselfigur", sagte Piëch. "Er hat Wege gefunden, in Deutschland zu vernünftigen Kosten und auskömmlichen Löhnen produzieren zu können." Mit den Methoden von Hartz sei es ferner gelungen, die Arbeitslosigkeit der Stadt Wolfsburg zu halbieren. Das mache deutlich, dass Hartz' Ideen auf ganz Deutschland anwendbar seien. Auf die Frage des stern, wer die qualitativ besten Autos baue, hatte Piëch eine überraschende Antwort: "Hier orientieren wir uns an Toyota und Porsche." Um sich vor feindlicher Übernahme zu schützen, sei VW dabei, "sich in eine Art Seeigel" zu verwandeln: "Wer den anfasst, sticht sich und wird ihn gleich wieder fallen lassen. Man kann ja auch freundliche Verbunde mit anderen anstreben, die durchaus zur Größe führen können, aber nicht zur Gängelung", sagte Ferdinand Piëch im stern-Interview. Diese Vorabmeldung ist mit Quellenangabe stern zur Veröffentlichung frei. ots Originaltext: stern Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Für Rückfragen: stern-Redakteur Harald Kaiser, Tel. 040/3704-3504 Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

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