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stern: Möllemann verdächtigt Schröder als "Kriegskanzler" seine Chancen auf Wiederwahl verbessern zu wollen

    Hamburg (ots) - In der Diskussion über eine deutsche Beteiligung
an einem militärischen Vorgehen der USA gegen den Irak verdächtigt
der stellvertretende FDP-Vorsitzende Jürgen Möllemann Bundeskanzler
Schröder der Überlegung, durch eine deutsche Beteiligung und die
damit verbundene Rolle als "Kriegskanzler" seine Chancen auf eine
Wiederwahl im September verbessern zu wollen.
    
    "Der Kanzler rückt durch sein Verhalten diese Überlegung durchaus
in den Bereich des Möglichen", sagte Möllemann in einem Interview mit
dem Hamburger Magazin stern. Schröder müsse sich entscheiden,
forderte der FDP-Politiker, "ob er sich als Kriegskanzler an einem
von ihm selbst als unvernünftig bezeichneten Krieg beteiligt oder
nicht." Dass Schröder erklärt hat, ohne UN-Mandat gebe es keine
deutsche Beteiligung an einem Krieg gegen Irak, hält Möllemann für
nicht glaubwürdig.
    
    Der Kanzler wisse am Mittwoch oft schon nicht mehr, was er am
Montag gesagt habe. Die Tatsache, dass deutsche ABC-Abwehrsoldaten
auf jeden Fall unbegrenzt in Kuwait stationiert bleiben, macht für
Möllemann nur Sinn, "wenn man einen baldigen Einsatz von ABC-Waffen
im Irak für möglich hält."
    
    Mit Blick auf Israel erklärte Möllemann, die deutsche
Aussenpolitik müsse sich endlich "für ein Nebeneinander von Israel
und Palästina als zwei gleichberechtigte Staaten" bekennen. Die
deutsche Politik sei bisher zu "liebedienerisch" gegenüber dem
"Kriegstreiber" Scharon gewesen. "Wer wie Israel fremde Länder
besetzt, darf sich nicht wundern, wenn die sich wehren."
    
ots Originaltext: stern
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