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stern: Bombenattrappen an Bord geschmuggelt. Tests des Bundesgrenzschutzes zeigen schwere Sicherheitslücken auf deutschen Flughäfen. In Frankfurt Kontrollen mit 43-prozentiger Fehlerquote

stern: Bombenattrappen an Bord geschmuggelt. Tests des
Bundesgrenzschutzes zeigen schwere Sicherheitslücken auf deutschen
Flughäfen. In Frankfurt Kontrollen mit 43-prozentiger Fehlerquote
Der in den USA als "Schuhbomber" enttarnte mutmaßliche al-Qaeda-Terrorist Richard Reid hätte auch auf deutschen Flughäfen gute Chancen gehabt, in seinen mit Plastiksprengstoff präparierten Turnschuhen an Bord eines Jumbos zu gelangen. Das beweisen, wie das Hamburger Magazin stern berichtet, die Ergebnisse so genannter Real-Tests, die der Bundesgrenzschutz (BGS) auf allen großen Airports durchführen ließ. Beamte, ausgestattet mit Pistolen unterschiedlicher Bauart oder Bomben-Attrappen, deren Gemisch auf den Monitoren der Durchleuchtungsgeräte wie echter Sprengstoff aussieht, schafften es erschreckend oft, die Sicherheitskontrollen unentdeckt zu passieren - obwohl die Tests zum Teil als "eher leicht" eingestuft waren. Allein in Frankfurt, heißt es im stern weiter, gingen fünf Pistolen und 15 "Sprengsätze" samt Zündvorrichtung und Verkabelung unbemerkt an den Kontrolleuren der Fraport AG vorbei. Damit erreichte der Weltflughafen eine Fehlerquote von 43 Prozent, mehr als doppelt soviel wie im Vorjahr. Dagegen schnitt Berlin-Tegel bei den geheimen Überprüfungen recht gut ab. Der Hauptstadt-Flughafen schaffte bei der Sprengstoff-Erkennung im Handgepäck eine Treffer-Quote von 85 Prozent. In Köln und Düsseldorf eingesetzte Sicherheitsfirmen produzierten dafür Pannen am laufenden Band. Der BGS drohte ihnen deshalb laut stern schon den Entzug des Auftrages an. In Stuttgart wurde ein Mitarbeiter, dem am 25. September, wenige Tage nach den Flugzeugattentaten, eine Pistole nicht aufgefallen war, auf Druck des BGS sofort entlassen. Auch die Fraport AG wurde gerüffelt. Künftig muss sie ihr Personal besser schulen. Bei Auswertung der Tests kam heraus, dass sie die dafür vorgeschriebene Stundenzahl unterschritten hatte. Diese Meldung ist unter der Quellenangabe stern zur Veröffentlichung frei. ots Originaltext: Stern Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Rückfragen: stern-Nachrichtenredaktion (Tel. 040-3703-3558) Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

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