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stern: Scharping geht im Irak-Konflikt auf Distanz zu den USA

stern: Scharping geht im Irak-Konflikt auf Distanz zu den USA

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    Hamburg (ots) - Auch Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD)
ist in der Frage eines Militärschlages gegen den Irak auf Distanz zu
den USA gegangen. In einem Gespräch  mit dem Hamburger Magazin stern
sagte der SPD-Politiker: "Wir müssen uns vor der Illusion hüten, dass
man internationale Sicherheit allein militärisch gewährleisten kann."
Dass Deutschland, das zur Zeit Spürpanzereinheiten in Kuweit
stationiert hat,  in einen Krieg gegen den Irak verwickelt werden
könnte, schloss der Minister allerdings auch auf mehrfache Nachfragen
nicht aus. Er betonte lediglich, es gebe "weder politische
Entscheidungen noch militärische Operationspläne". Es gehe "zunächst"
darum, im Weltsicherheitsrat gemeinsam mit China und Russland den
diplomatischen Druck auf den Irak zu verstärken.
    
    Scharping verteidigte seine Informationspolitik in der Frage des
KSK-Einsatzes in Afghanistan. Die Details blieben aus  "guten Gründen
geheim". Die Spezialkräfte seien rund um die Uhr in höchster
Einsatzbereitschaft. "Die Soldaten sind absolute Spitze - auch
international", sagte der Verteidigungsminister. Für ihren Schutz
werde "alles Menschenmögliche getan".
    
    Der Verteidigungsminister lehnte es kategorisch ab, die
Sparbemühungen seines Kabinettskollegen Hans Eichel (SPD) durch
Kürzungen im Wehretat zu unterstützen.. "Unser Land muss wissen:
Freiheit und Sicherheit gibt es nicht zum Nulltarif", sagte
Scharping. Schon jetzt gebe Deutschland im Vergleich zu
Großbritannien oder Frankreich "eigentlich zu wenig Geld" für seine
internationalen Interessen aus: "Weiteren Spielraum nach unten haben
wir nicht." Auch ein Verzicht auf die Wehrpflicht kommt für Scharping
nicht in Frage: "Ihre Abschaffung würde teuer und mindert die
Leistungsfähigkeit der Bundeswehr."
    
    Der stellvertretende SPD-Vorsitzende äußerte sich im
stern-Interview auch zu möglichen Koalitionen nach der
Bundestagswahl. Eine Partnerschaft mit der FDP sei für ihn "schwer
vorstellbar", solange die FDP auf der Flöte des kalten Egoismus
pfeife. Aufgeschlossener zeigte sich Scharping gegenüber einer großen
Koalition: "Alle demokratischen Parteien müssen miteinander koalieren
können."
    
    Scharping, der im vergangenen Sommer mit Poolfotos für
Schlagzeilen sorgte, will sein Privatleben künftig aus den Medien
heraushalten. Seine Lebensgefährtin Kristina Pilati sei "eine
selbstständige, hart arbeitende und erfolgreiche Anwältin und
Notarin". Für seine Beziehung gelte: "Dieses Thema ist und bleibt
privat. Ich will damit auch die Menschen schützen, die mir am Herzen
liegen."
    
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